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09.01.2007

12:45 Uhr

Reserven für Nachfragespitzen

Gashändler bauen eigene Speicher

VonJürgen Flauger

Gashändler und -versorger aus der zweiten Reihe bauen immer mehr eigene Speicher, um mit den Branchenriesen konkurrieren zu können. In diesen Tagen nimmt das niederländische Unternehmen Nuon im westfälischen Epe sein erstes unterirdisches Gaslager in Betrieb. Andere Unternehmen wie die Stadtwerke-Kooperation Trianel bauen ebenfalls an eigenen Speichern.

DÜSSELDORF. „Ein eigenes Gaslager entspricht der Strategie von Nuon, eine starke selbständige Position auf dem Gasmarkt anzustreben“, sagte Vorstandsmitglied Øystein Løseth. Mit dem Gaslager verstärke der Nuon-Konzern die Stellung auf dem Handelsmarkt und könne flexibel auf Spitzen in der Nachfrage nach Gas durch seine Kunden reagieren. Mit dem Speicher, in den das Unternehmen über 100 Mill. Euro investiert hat, und das in der Spitze 140 Mill. Kubikmeter aufnehmen kann, will Nuon zwar zunächst den Heimatmarkt in den Niederlanden bedienen. Der Konzern versucht aber auch mit Macht auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Nuon beliefert schon Privathaushalte und Industriekunden und plant den Bau eines Gaskraftwerkes bei Frankfurt.

Unterirdische Speicher machen den Gasmarkt flexibler. Der Gashandel ist wesentlich komplizierter als das Geschäft mit Strom, weil Erdgas über tausende von Kilometern von den Förderregionen zum Verbraucher transportiert werden muss – und sich so Angebot und Nachfrage nur schwer in Einklang bringen lassen. Während der Verbrauch von Gas über das Jahr hinweg stark schwankt – im Winter während der Heizperiode ist er wesentlich höher als im Sommer –, sollen die beschränkten Transportpipelines möglichst konstant ausgelastet werden. Im Sommer werden deshalb große Mengen in die großen unterirdischen Lagerstätten gepumpt und im Winter wieder entnommen. Besonders geeignet sind ehemalige Gas-Lagerstätten, aber auch künstlich geschaffene Hohlräume in Salzstöcken eignen sich

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Über 40 Gasspeicher gibt es bislang in Deutschland. Die meisten werden von den großen Importeuren wie Eon Ruhrgas oder Wingas betrieben. Zunehmend versuchen sich aber auch neue und kleinere Wettbewerber zu positionieren.

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