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01.02.2005

11:13 Uhr

HB MÜNCHEN. Das Unternehmen ist das Herzstück des drittgrößten deutschen Baukonzerns mit rund 9500 Mitarbeitern. Als Insolvenzgrund habe Walter Bau in seinem Antrag Zahlungsunfähigkeit genannt, teilte das Amtsgericht am Dienstag mit. Vorläufiger Insolvenzverwalter sei der Augsburger Anwalt Werner Schneider.

Walter Bau hatte wochenlang um sein Überleben gekämpft. Am Montag waren die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken über ein Sanierungskonzept gescheitert. Dem Rettungsplan hätten alle 27 Banken und Kreditversicherer zustimmen müssen. Widerstand gab es unter anderem von ABN Amro und der Bankgesellschaft Berlin. Nach dpa- Informationen hatten einige Banken unter anderem gefordert, dass sich Firmengründer Ignaz Walter finanziell an der Sanierung beteiligt.

Wie es nun mit dem Konzern weiter geht, ist offen. In Gläubigerkreisen wurde am Dienstag mit einer Zerschlagung gerechnet. Dadurch könne möglicherweise ein großer Teil der Arbeitsplätze gerettet werden. Der Insolvenzantrag wurde von der Obergesellschaft Walter Bau-AG gestellt, die Tochtergesellschaften sind formal nicht betroffen. In Gläubigerkreisen wurden Folgepleiten aber nicht ausgeschlossen.

Der Aktienkurs von Walter Bau brach nach dem Insolvenzantrag um 63,03 Prozent auf 0,92 Euro verloren. Nach wochenlangen Verhandlungen war es dem Unternehmen nicht gelungen, die Liquidität der Walter Bau-AG sicherzustellen. Der CDax, in dem die Aktie notiert ist, behauptete sich bis 9.45 Uhr 0,08 Prozent unter dem Vortagsschluss mit 375,76 Punkten nur knapp.

Banken haben Vorsorge getroffen

Die Münchener Großbank Hypo-Vereinsbank sieht für ihr Kreditengagement bei dem insolventen Baukonzern Walter Bau keine Notwendigkeit für eine zusätzliche Risikovorsorge. „Wir fühlen uns gut eingedeckt mit Risikovorsorge“, sagte ein HVB-Sprecher. Auf das gesamte Engagement seien schon Wertberichtigungen vorgenommen worden. Nach seinen Worten ist die HVB mit 110 Millionen Euro am Bürgschaftsrahmen von Walter Bau im Volumen von insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro beteiligt. Zudem hat die HVB dem Baukonzern Kredite in niedriger zweistelliger Millionenhöhe gegeben. Die HVB zählt damit zu den größten Gläubigerbanken des Unternehmens.

Auch die Commerzbank hat nach den Worten eines Sprechers für ihr Engagement bei dem insolventen Baukonzern Walter Bau genügend Vorsorge getroffen. „Wir haben bereits 2003 und 2004 ausreichend Vorsorge getroffen“, sagte der Sprecher am Dienstag. Die Bank habe ein Gesamtengagement von rund 120 Millionen Euro, allerdings hauptsächlich bestehend aus Avalen (Bürgschaften), die mit Sicherheiten unterlegt seien. Die Commerzbank zählt ebenfalls zu den größten Gläubigerbanken von Walter Bau.

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