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05.11.2015

17:17 Uhr

Rheinmetall und Airbus

Rüstungsbranche wächst schneller als der Rest

VonMartin Wocher

Die internationalen Bedrohungen durch den Islamischen Terror und den Cyberkrieg lassen die Nachfrage an Rüstungsgütern aus Deutschland wachsen. Welche Konzerne profitieren von diesem Aufwärtstrend der Branche?

Die Nachfrage an deutschen Rüstungsgütern steigt angesichts internationaler Krisen. dpa

Bundeswehr - Sturmgewehr G36

Die Nachfrage an deutschen Rüstungsgütern steigt angesichts internationaler Krisen.

DüsseldorfDie deutsche Rüstungsindustrie hat harte Zeiten hinter sich: Schrumpfende Wehr-Etats in vielen Ländern nach Ende des Kalten Krieges zwangen die Branche, ihre Kapazitäten zu stutzen, Stellen abzubauen oder gleich mit der Konkurrenz zu fusionieren. Doch die Ausgangslage hat sich zuletzt stark verändert. Ob IS-Terror oder Cyberattacken – „die Bedrohungslage hat sich geändert“, sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. „Die Zahl der Konflikte nimmt zu, die Welt ist nicht sicherer geworden.“ Das weiß die Branche durchaus für sich zu nutzen: Abseits der politischen Diskussion über streuende Sturmgewehre oder Ausfuhrgenehmigungen für Kampfpanzer steigt die Nachfrage nach „Rüstung made in Germany“ deutlich.

So wuchs die Branche seit 2010 um durchschnittlich 7,8 Prozent pro Jahr und damit doppelt so stark wie der Rest der deutschen Industrie, wie eine Studie des Berliner Wifor-Instituts nachwies. Die direkte Bruttowertschöpfung erreicht inzwischen ein Volumen von 12,2 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zur Autoindustrie mit rund 80 Milliarden nicht übermäßig viel, reicht aber aus, um rund 135.000 Menschen zu beschäftigen. „Neben den direkten Erwerbstätigen lassen sich im 2014 noch zusätzlich 173.000 Arbeitsplätze in den Vorleistungsindustrien dazu zählen“, sagt Georg Wilhelm Adamowitsch, Hauptgeschäftsführer des Verbandes

Mehr als die Hälfte der in Deutschland produzierten Rüstungsgüter geht ins Ausland. Für Papperger auch ein Zeichen „für die international führende technische Rolle“ der Branche.

Selbst die Krisenjahre hätten daran wenig geändert. Hoch ist auch der Anteil, den die sehr mittelständisch geprägte Branche in Deutschland für Innovationen ausgibt: der Anteil für Forschung und Entwicklung liegt bei knapp elf Prozent vom Umsatz und damit deutlich über der von der EU ausgegeben Zielmarke für die gesamte Wirtschaft von drei Prozent.

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