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19.01.2010

08:26 Uhr

Richemont

Trendwende bei Luxusgütern

VonTorsten Riecke

Der Schweizer Konzern überrascht mit merklichem Wachstum in Asien und Amerika. Richemont gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als Barometer für die gesamte Luxusbranche. Sorgen macht weiterhin das Europageschäft. Der Konzern spricht von einer "Herausforderung".

Seine teuren Uhren konnte der Konzern Richemont vor allem in Übersee gut absetzen. Reuters

Seine teuren Uhren konnte der Konzern Richemont vor allem in Übersee gut absetzen.

ZÜRICH. Luxus ist wieder in. Nach der schweren Rezession spüren die Luxusgüterhersteller erstmals wieder Rückenwind. So meldet der Schweizer Konzern Richemont für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres ein überraschendes Umsatzplus von zwei Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Euro. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Rückgang des Geschäfts gerechnet. Die Börse in Zürich reagierte mit einem Kursanstieg von rund zwei Prozent auf die unerwartete Trendwende.

Richemont ist nicht nur der größte Schmuckhersteller der Welt, sondern auch einer der führenden Anbieter von Luxusuhren. Zu den bekanntesten Edelmarken gehören Cartier, Montblanc und der deutsche Uhrenspezialist Lange & Soehne. Der von der südafrikanischen Rupert-Familie geführte Konzern gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als Barometer für die gesamte Luxusbranche. Richemont ist jedoch keineswegs das einzige Unternehmen, das jetzt Aufwind spürt. Vor kurzem hatte der Konkurrent Tiffany & Co. seine Gewinnprognose für das neue Jahr erhöht. In den letzten beiden Monaten des vergangenen Jahres waren die Umsätze der Amerikaner um 17 Prozent gestiegen.

"Das ist ein starkes Ergebnis", kommentierte Allessandro Migliorini, Analyst beim Brokerhaus Helvea, das Resultat von Richemont. Das Wachstum komme sowohl aus dem Schmuck- als auch aus dem Uhrensegment. Regional habe vor allem der asiatisch-pazifische Raum kräftig zugelegt. Ohne Währungseffekte lag das Plus dort bei 34 Prozent. Rund ein Drittel des Konzernumsatzes kommt inzwischen aus den fernöstlichen Märkten mit Japan und China an der Spitze. Aber auch der amerikanische Markt zeigt neues Leben. So wuchsen die Erlöse dort bei konstanten Wechselkursen um acht Prozent. Allerdings leidet Richemont unter den Schwankungen auf den Devisenmärkten. Das zeigt sich besonders deutlich in den USA. Durch den Verfall des Dollar ging der Umsatz zu aktuellen Kursen um zwei Prozent zurück. In Europa hielt sich der Umsatz mit einem Minus von zwei Prozent in Lokalwährungen besser als erwartet. Das Unternehmen bezeichnete die Marktbedingungen auf dem alten Kontinent jedoch noch immer als eine "Herausforderung".

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