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03.02.2005

16:02 Uhr

Riecher für Trends gefragt

Spielwarenbranche hofft auf Osteuropa

Nach einem von Billigprodukten und Preiskämpfen überschatteten Jahr hofft die Spielwarenbranche vor der Nürnberger Spielwarenmesse auf Impulse von Osteuropa und von den eigenen Innovationen. Die Branche blickt generell optimistisch in die Zukunft.

HB NÜRNBERG. „Es sind riesige Preiskämpfe ausgebrochen“, sagte Werner Lenzner von dem auf die Spielwarenbranche spezialisierten Marktforscher Eurotoys am Donnerstag in Nürnberg. 2004 habe der Absatz von traditionellem Spielzeug - also ohne Video- und Computerspiele - zwar im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent zugelegt, der Umsatz sank in Deutschland aber um 2 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Denn der Verkaufsrenner sei ein ausgesprochener Billigartikel gewesen: die bunten Scoubidou-Plastikbänder. Anders als in den Jahren zuvor wartete der Handel vergebens auf einen Run nach einem kostspieligeren Trendprodukt.

Dennoch blickt die Spielwarenbranche vor der weltgrößten Spielwarenmesse optimistisch in die Zukunft. Zum einen bringe die EU-Osterweiterung nicht nur billige Produktionsstandorte, sondern auch neue Absatzmärkte, sagte Lenzner. „Das ist eine Chance für die heimische Spielwarenindustrie angesichts des fortschreitenden Geburtenrückgangs in Deutschland,“ machte der Marktforscher Hoffnung.

Ein anderer Ausweg seien Innovationen. Denn 60 Prozent aller Umsätze mache die Spielwarenbranche in Deutschland mit Ware, die nicht älter als zwei Jahre ist. Im Handel sei Spezialisierung gefragt und ein Riecher für die richtigen Trends. Diese seien aber unter anderem wegen des atemberaubenden Tempos, in dem sie wechseln, immer schwieriger auszumachen, sagen Experten. „Die echten Trends entstehen auf dem Schulhof,“ räumte der Vorstandschef der Fachhandelsgruppe Vedes, Thomas Märtz, ein.

So verbuchte der Spielehersteller Ravensburger voriges Jahr mit einem dreidimensionalen Puzzleball gute Geschäfte. Ähnliches erhoffen sich die Messemacher von einigen der 60 000 Neuheiten, die ab kommendem Donnerstag für sechs Tage bei der weltgrößten Branchenschau für Fachbesucher zu sehen sind. Dort stellen rund 2700 Aussteller aus über 62 Ländern eine Million Produkte vor.

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