Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2010

08:38 Uhr

Rio Tinto

China treibt Rohstoffproduktion an

VonRegine Palm

Der Minenkonzern Rio Tinto hat 2009 so viel Eisenerz gefördert wie nie zuvor. Vor allem die enorm hohe Nachfrage Pekings sorgt für den Aufschwung an den Rohstoffmärkten. Für großen Optimismus ist es bei den Bergbaukonzernen aber zu früh - sonst droht eine Überproduktion.

Rio Tinto verzeichnet schon wieder einen rekordverdächtigen Jahresabschluss. Hier ein Verladeterminal des chinesischen Bergbaukonzerns. Quelle: Reuters

Rio Tinto verzeichnet schon wieder einen rekordverdächtigen Jahresabschluss. Hier ein Verladeterminal des chinesischen Bergbaukonzerns.

DÜSSELDORF. Die immens hohe Nachfrage Chinas nach Rohstoffen hat Rio Tinto, dem zweitgrößten Bergbaukonzern der Welt, einen rekordverdächtigen Jahresabschluss beschert. "Wir verzeichnen eine Erholung bei fast allen unseren Schlüssel-Rohstoffen", sagte Rio-Tinto-Chef Tom Albanese gestern bei der Vorlage der Produktionszahlen für das vierte Quartal.

Der Konzern steigerte 2009 allein die Eisenerzproduktion um 13 Prozent auf insgesamt 217 Millionen Tonnen - so viel wie nie zuvor. Dazu beigetragen hat die Rekordförderung im vierten Quartal von insgesamt 61 Millionen Tonnen. Aber auch die Kupferproduktion wurde in diesem Zeitraum noch um 36 Prozent gesteigert. Inwieweit sich die starken Produktionszahlen in harter Münze ausgezahlt haben, ist noch unklar; der britisch-australische Konzern legt seine Geschäftszahlen erst am 11. Februar vor. Im ersten Halbjahr 2009 hatte er einen Umsatzrückgang um ein Drittel auf knapp 20 Milliarden Dollar hinnehmen müssen.

Die höhere Produktion spiegelt den kräftigen Aufwärtstrend an den internationalen Rohstoffmärkten wider. Der viel beachtete CRB-Rohstoffindex etwa hat sich von seinem Tief zu Beginn des vergangenen Jahres bei 200 Punkten auf zuletzt rund 285 Punkte erholt. Mitte 2008 hatte er noch bei 473 Punkten notiert, die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte dann die Nachfrage und damit die Preise an den Rohstoffmärkten einbrechen lassen. Wegen dieses Preisrückgangs hatten Minengesellschaften wie Rio Tinto oder Branchenprimus BHP Billiton ihre Förderung erheblich zurückgefahren. Trotz der weltweit noch recht hohen Lagerbestände ist bereits ein großer Teil der Minenproduktion reaktiviert worden. BHP Billiton wird in der kommenden Woche seine Produktionszahlen vorlegen.

Die Produktion könnte zu schnell wieder ausgeweitet werden

"Der Aufschwung an den Rohstoffmärkten ist schon wieder voll im Gange", sagt Eugen Weinberg, Experte der Commerzbank. Er warnt aber vor einem zu großen Optimismus: Die Nachfrage steige vor allem in den Schwellenländern und besonders stark in China; in der restlichen Welt stagniere sie noch oder erhole sich nur langsam. "Wir beurteilen die Lage der Weltwirtschaft weiter vorsichtig", sagte denn auch Rio-Tinto-Chef Albanese. Es bleibe abzuwarten, was passiere, wenn die staatlichen Konjunkturprogramme ausliefen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×