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15.09.2011

06:58 Uhr

Rivale VW im Visier

Opel kann, will und darf ins Ausland

VonFlorian Brückner

Der deutsche Autobauer Opel setzt weiter auf eine Expansion ins Ausland. Ausgebremst von der Mutter General Motors sieht Konzernchef Stracke sich dabei nicht und nimmt lieber weiter VW ins Visier.

Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke stellt das neue Elektroauto Rake vor. dpa

Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke stellt das neue Elektroauto Rake vor.

GM bremst Opel in Übersee aus – diese Nachricht einer Branchenzeitung holt den US-Autobauer General Motors und seine deutsche Tochter Opel immer wieder auf der IAA ein. Und wie bei so mancher Autoshow geht es auf einmal nicht mehr um neue Produkte wie den für Opel so wichtigen neuen Mini-Van Zafira, sondern um das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter – und letztlich darum, ob Opel eine Zukunft hat, oder nicht.

Sie hat, daran lässt Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke im Gespräch mit dem Handelsblatt keinen Zweifel. Und Opel darf, will und wird noch weiter ins Ausland expandieren, auch wenn der große brasilianische Markt den Rüsselsheimern tatsächlich versperrt bleibt, wie die Automobilwoche gemeldet hatte. „Aber wir gehen nur deshalb dort nicht in den Markt, weil es für Opel keinen Sinn macht“, versucht Stracke die Meldung gerade zu rücken, die bei vielen Branchenbeobachtern die Befürchtung bestärkt hatte, GM halte Opel zugunsten von Chevrolet bewusst klein.

Stracke sieht das anders: Chevrolet habe in Brasilien einen Marktanteil von 20 Prozent und spiele auf Augenhöhe mit den großen Wettbewerbern auf diesem Zukunftsmarkt. Warum da noch Opel ins Feld führen? „Wo immer wir reingehen, muss es sich mit den dortigen Marken ergänzen“, sagt Stracke. In Brasilien sei das nicht der Fall. In Australien schon. Obwohl GM dort bereits seit langem mit der Marke Holden präsent ist, wird Opel  an den Start gehen. Gleiches gilt für China und Russland genauso wie für kleinere Märkte wie Israel, wo Opel ein Vertriebsnetz aufgebaut hat und 8.000 Autos verkaufen will.

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Trotz immer wieder kleiner Negativnachrichten wie etwa der über die angebliche Export-Sperre oder immer wieder einmal aufgebrachte Verkaufsgerüchte sieht Stracke Opel auf gutem Kurs: „Wir haben uns sowohl beim Image als auch bei der Marke deutlich erholt.“ Im August hat der deutsche Autobauer dank neuer Modelle seinen Absatz auch tatsächlich gesteigert: und zwar um zehn Prozent auf 70.000 Autos. Und seit Jahresanfang liegt Opel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit acht Prozent im Plus. Der Absatz wird nach zuletzt 1,2 Millionen Autos auf 1,3 Millionen Wagen in diesem Jahr steigen. Nächstes Jahr will Stracke 1,4 Millionen Einheiten auf die Straße bringen. Über Jahre hinweg ist Opel im Wettbewerb zurückgefallen. Dieser Trend ist offenbar trotz all der schlechten Nachrichten gestoppt.

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