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23.07.2012

16:24 Uhr

Rivalen im Fastfoodmarkt

Wer dem Burger-Brater auf den Fersen ist

VonThorsten Giersch

Seit McDonald’s nicht mehr nur auf Dickmacher á la Hamburger, Pommes und Big Mac, sondern auch auf kalorienärmere Kost setzt, läuft das Geschäft bestens. Darauf ausruhen kann sich der Konzern allerdings nicht.

Nicht nur McDonald's, auch Konkurrent Burger King setzt auf gesünderes Essen. dapd

Nicht nur McDonald's, auch Konkurrent Burger King setzt auf gesünderes Essen.

DüsseldorfKeine Aktie im Dow Jones hat sich 2011 besser entwickelt wie die von McDonald’s. Die Kette profitierte zum einen vom zwischenzeitlichen Börsenrückzug des Konkurrenten Burger King. Zum anderen hat der Konzern aber auch beim Produktangebot sehr viel richtig gemacht.

Denn McDonald’s setzte nicht mehr nur auf Dickmacher á la Hamburger, Pommes und Big Mac, sondern auch auf kalorienärmere Kost. Also weniger Fett, aber dafür mehr Kaffee. Die weitere Ausrüstung der Filialen mit den Bars von „McCafé“ hat sich überaus gelohnt. Das Geschäft mit Koffein, Keksen und Magenstärkern läuft bestens.

Und so hat es McDonald’s geschafft, aus den bisherigen Kunden mehr herauszuholen. Das zugegeben leicht abgegriffene Wortspiel von dem gesättigten Markt trifft auf die Fastfoodkette wahrlich zu. Neue Kunden gibt es in Schwellenländern, aber in Amerika und Europa war nicht mehr viel zu holen.

Also machte sich McDonald’s daran, aus jedem Kunden mehr herauszuholen. Das geht auf zwei Wege: Entweder er kommt öfter in die Filialen oder er bleibt länger und konsumiert mehr. Der Konzern hatte mit Frühstücksangeboten und dem Kaffee nach dem Burger großen Erfolg.

Die beiden wesentlichen Konkurrenten gehen einen anderen Weg. Der Name Yum-Brands ist vor allem in Deutschland kaum bekannt. Hinter dem börsennotierten Konzern stecken große Ketten wie Pizza Hut, Taco Bell oder Kentucky Fried Chicken.

Die größten Franchise-Nehmer

463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.

Platz 1

Tui/First

Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.

Platz 2

Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.

Platz 3

In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .

Platz 4

Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.

Platz 5

Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.

Platz 6

Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.

Platz 7

Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.

Platz 8

Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.

Platz 9

Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.

Platz 10

Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.

Platz 11

Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.

Platz 12

Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.

Platz 13

Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.

Platz 14

Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.

Platz 15

Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.

Platz 16

Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.

Platz 17

Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.

Platz 18

Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.

Platz 19

Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.

Platz 20

Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.

Yum-Brands setzt weiter auf klassisches Fastfood und vor allem auf den chinesischen Markt. Konstante Einnahmen in etablierten Märkten, wachsen in Fernost – so das Motto. Yum-Brands eröffnet in China im Schnitt pro Tag zwei neue Filialen und hat McDonald’s mit 4.500 Filialen in China weit hinter sich gelassen (1.400). Auch weltweit hat der Wettbewerber McDonald’s mit 37.000 Häusern überholt – der große Rivale kommt auf 32.000.

An der Börse kommt diese aggressive Expansionsstrategie gut an. Die Aktie von Yum-Brands hat sich ähnlich stark entwickelt die von McDonald’s: In den vergangenen Monaten gab es ein Plus von rund 100 Prozent.

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Die Strategie von Burger King ist ein Mittelding zwischen denen der beiden Konkurrenten. Zum einen will die Kette rasant in China wachsen – bisher hat sie hier nur 64 Filialen. 1.000 neue Filialen will Burger King hier in den kommenden fünf Jahren hochziehen. Und in den etablierten Märkten wie den USA setzt Burger King wie McDonald’s auf gesündere Speisen und Kaffee.

Das klingt ein wenig wie die Rezepte der anderen nachkochen. Und in der Tat sind Fachleute bei Burger King skeptisch. Derzeit hinkt die Kette den beiden großen Konkurrenten deutlich hinterher. Und auch die Rückkehr an die Börse vor gut einem Monat war kein Spektakel. Immerhin hat die Aktie seit dem Start rund acht Prozent gewonnen.

Kommentare (2)

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VIP

03.08.2012, 01:09 Uhr

I am Canadian and went to a McDonald's right next to the Arc de Triomphe. It was a disgusting sight in the world's capital of good cooking. Somebody told me that McDonalds adjust their taste to that of other countries. Wrong. It was even worse than anything I've ever tasted in Canada or the US. Why on earth anybody in France would even think about visiting a place like this is beyond my comprehension.

Philipp

13.09.2012, 12:21 Uhr

Hat sich besser entwickelt WIE die von McDonald´s. Warum nicht gleich als wie...? ;) Leute, ich dachte, das sei das Handelsblatt!

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