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01.09.2014

17:06 Uhr

Roboter- und Anlagenbauer

Neuer Großaktionär will bei Kuka künftig mitreden

Friedhelm Loh, der neue Großinvestor beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka, möchte künftig mitbestimmen und Einfluss auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen nehmen.

Roboter der Firma Kuka arbeiten im VW-Werk in Wolfsburg an der Produktionsstraße für den VW Golf VII. dpa

Roboter der Firma Kuka arbeiten im VW-Werk in Wolfsburg an der Produktionsstraße für den VW Golf VII.

MünchenAls neuer Großinvestor beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka will der hessische Unternehmer Friedhelm Loh künftig die Geschicke des Augsburger Konzerns mitbestimmen. Angestrebt werde „eine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen“, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. Loh und seine Firma Swoctem hatten im August ihren Anteil an Kuka auf 10,018 Prozent aufgestockt. Die Investition diene der Umsetzung strategischer Ziele. Welche dies sein könnten, blieb offen. Kuka begrüßte den Einstieg des Unternehmers, dessen Firmen die Augsburger aus den Feldern Automatisierung und Elektrotechnik kennen. "Wir sehen das positiv. Das ist eine Bestätigung unserer Strategie", sagte eine Sprecherin. Loh selbst wollte sich nicht äußern.

Die nach dem Inhaber und Vorstandsvorsitzenden benannte Friedhelm Loh Gruppe mit Sitz im hessischen Haiger bietet Produkte und Leistungen von Stahl über Kunststoff bis hin zu Schaltschränken und deren Automatisierung an. 2013 dürfte der Umsatz rund 2,2 Milliarden Euro betragen haben. Kuka peilt 2014 Erlöse von circa zwei Milliarden Euro an. Bei der Rendite dürften die Hessen allerdings vor den Schwaben liegen: Während Kuka für dieses Jahr eine Marge von etwa 6,5 Prozent anpeilt, glänzte die Friedrich Loh Group zuletzt mit zweistelligen Werten. Mit Abstand größte Tochter des Firmenverbunds ist der Schaltschrankhersteller Rittal, dessen Kunden vor allem aus der Auto- oder der Lebensmittelbranche kommen. Kuka indes müht sich seit langem, die Abhängigkeit von der Fahrzeugindustrie zu verringern. Mehrere Spitzenmanager arbeiteten sich in der Vergangenheit an diesem Ziel ab und gerieten darüber regelmäßig in Streit mit den Großaktionären.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Loh war bereits zu Jahresbeginn bei den Augsburger eingestiegen und hatte seinen Anteil in mehreren Schritten aufgestockt. Weitere Stimmrechte wolle der neue Investor innerhalb der nächsten zwölf Monate nicht erwerben, hieß es in der Mitteilung. Größter Kuka-Aktionär ist nach wie vor der mittelständische Maschinenbauer Grenzebach aus Hamlar nahe Augsburg mit einem Anteil von 19,8 Prozent.

Von

rtr

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