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26.03.2014

13:42 Uhr

Roboterbauer

Kuka rechnet mit weniger Gewinn

Der Anlagenbauer Kuka verbucht im Kern- und im Nebengeschäft zwar höhere Erlöse, aber der Kauf des Rivalen Reis drückt die Rendite. Trotz Umsatzplus rechnet das Unternehmen daher mit einem weniger Gewinn als im Vorjahr.

Roboter der Firma Kuka arbeiten im VW-Werk in Wolfsburg: Dividende könnte steigen. dpa

Roboter der Firma Kuka arbeiten im VW-Werk in Wolfsburg: Dividende könnte steigen.

MünchenFür künftiges Wachstum außerhalb der Autoindustrie nimmt der Roboter- und Anlagenbauer Kuka in diesem Jahr Einbußen beim Gewinn in Kauf. Ziel sei es, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stabil zu halten, sagte Vorstandschef Till Reuter am Mittwoch in München. Weil der Kauf des Rivalen Reis, der bei Produktionsrobotern für Gieß- oder für Schweißarbeiten stark ist, verdaut werden muss, kann der Kuka-Betriebsgewinn der Prognose zufolge auch schrumpfen. Die Rendite soll 2014 von zuletzt 6,8 Prozent auf 6,0 Prozent sinken - das entspräche einem Ebit zwischen 114 und 120 Millionen Euro. Der Umsatz soll dagegen dank höherer Nachfrage, vor allem aus Amerika und Asien, auf einen Wert zwischen 1,9 und 2,0 Milliarden Euro anziehen.

Der Auftragsbestand von fast einer Milliarde Euro stimme zuversichtlich, sagte Finanzchef Peter Mohnen. Seit Jahresanfang sei die Nachfrage anhaltend gut, ergänzte Vorstandschef Reuter. Von Reis erwarte er 2014 einen Umsatz von 100 bis 110 Millionen Euro. Allerdings schlägt die Sanierung des Maschinenbauers aus der Nähe von Aschaffenburg, der wegen der Solarkrise in die roten Zahlen geschlittert ist, mit fünf bis zehn Millionen Euro zu Buche. Von den insgesamt 1300 Jobs bei Reis seien 150 über befristete und auslaufende Verträge bereits weggefallen, sagte Reuter. 50 weitere Stellen würden abgebaut.

Auf längere Sicht helfe der Zukauf aber, das Geschäft mit der sogenannten General Industry auszubauen und die Position in China, einem der größten Robotermärkte der Welt, zu stärken. Kuka haben die 51 Prozent an Reis einem Unternehmensinsider zufolge um die 45 Millionen Euro gekostet.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Für rund zehn Millionen kauften die Augsburger kürzlich den französischen Automatisierungsspezialisten Alema, der Roboter für das Bohren und Nieten von Flugzeugteilen herstellt. Chancen sieht Kuka auch in Feldern wie der Logistik oder der Produktion von Mobiltelefonen und Tablets. Kleinere Roboter und mehr Software sollen für mehr Einsatzmöglichkeiten sorgen. Um die Position in neuen Märkten zu stärken, seien weitere Zukäufe möglich, sagte Reuter. „Wir prüfen immer einige Sachen.“

So soll der Umsatzanteil der General Industry von zuletzt einem Drittel auf etwa die Hälfte steigen. Dies koste „viel Kraft“. Bis dieses Ziel, an dem sich bei Kuka schon mehrere Chefs verhoben haben, erreicht sei, werde es aber noch dauern, sagte Reuter. Er selbst will es in den nächsten Jahren weiter als Vorstandsvorsitzender verfolgen. Über die Verlängerung seines im April 2015 auslaufenden Vertrags werde schon verhandelt. Auf die Frage, ob er weitermachen will, antwortete er: „ja, klar“.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.03.2014, 08:59 Uhr

Unverständlich, daß ein Unternehmen mit zentralen Produkten für die weltweit boomende Automatisierung - und ganz wenig internationalem Wettbewerb a la Fanuc d.h. bei durchkonsolidierter Anbieterschaft - derart renditeschwach sein kann.
Der kleinste Konjunktursturm und die gehen in die Knie. Die Aktie ist völlig überbewertet. Wann, wenn nicht heute, sollte die Rendite denn dann bitte schön richtig gut dastehen?

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