Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.12.2011

11:53 Uhr

Rohölverarbeiter

Petroplus vor Lösung der Liquiditätsklemme

Der französische Rohölverarbeiter Petroplus steht vor einer Lösung seiner Liquiditätsklemme. Am Dienstag hatten Banken Petroplus eine Kreditlinie von einer Milliarde Dollar gesperrt.

Petropus-Raffinerie in Cressier AFP

Petropus-Raffinerie in Cressier

ParisDer in eine Liquiditätsklemme geratenen Ölverarbeiter Petroplus soll mehr Zeit erhalten. Es gebe eine vorläufige Vereinbarung mit den Banken, sagte am Freitag eine mit der Sache vertraute Person. Die Verhandlungen gingen weiter mit dem Ziel, den Betrieb in dem stark verschuldeten Konzern sicherzustellen. „Es wurde eine vorläufige Vereinbarung gefunden, um die Gespräche fortsetzen zu können“, sagte die Person. Die zweitgrößte Raffinerie des Konzerns, Petit Couronne in Frankreich, muss nach Firmenangaben allerdings am Montag oder Dienstag heruntergefahren werden, weil dann die Rohölvorräte aufgebraucht sind.

Die vorläufige Lösung solle dem Konzern Zeit verschaffen, um die Rohöllieferungen durch ein Abkommen mit einer großen US-Bank oder einem Handelshaus sicherzustellen, sagte eine mit der Sache vertraute Person aus dem Bankenbereich. Die französische Regierung hatte dem Konzern ihre Unterstützung in den Verhandlungen mit den Banken zugesagt.

Am Tag nach Weihnachten hatten Banken dem größten unabhängigen Rohölverarbeiter Europas eine für Öleinkäufe benötigte Kreditlinie von rund einer Milliarde Dollar gesperrt. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's versahen daraufhin am Donnerstag die Zahlungsfähigkeit des Konzerns mit Fragezeichen und nahmen die Bonitätseinstufung zurück.

Die Börse reagierte vorsichtig positiv. Die Petroplus-Aktie, die am Freitag zunächst rund zehn Prozent verloren hatte, kehrte in die Gewinnzone zurück. Es gebe aber immer noch Anleger, die sich von dem Titel trennen wollte, da die Unsicherheit weiterhin hoch sei, sagte ein Aktienhändler in Zürich. Seit Weihnachten verlor die Aktie mehr als 50 Prozent an Wert und wurde zuletzt bei 1,68 Franken gehandelt. Im Februar war der Titel noch knapp 18 Franken wert gewesen.

Petroplus betreibt insgesamt fünf Raffinerien und stellt gut vier Prozent der europäischen Raffineriekapazitäten. Eine Anlage steht im bayerischen Ingolstadt, eine weitere in Cressier im Schweizer Kanton Neuenburg. Dort stellt sich die Kantonsregierung darauf ein, dass der ganze Konzern möglicherweise verkleinert werden muss, wie es auf einer Medienkonferenz hieß. Der Kanton habe am Donnerstag Kontakt mit zwei Schweizer Banken aufgenommen, die mit Petroplus zu tun hätten, sagte Wirtschaftsminister Thierry Grosjean. Dass auch Cressier heruntergefahren werden müsse, sei ein mögliches Szenario, so der Minister weiter.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×