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07.08.2011

15:25 Uhr

Rohstoffe

Buntmetalldiebe werden dreister

VonRegine Palm, Christoph Schlautmann

Die steigenden Rohstoffpreise sorgen für eine immer höhere Kriminalität im Bereich der Buntmetalle. Diebe stehlen Kupfer und andere Metalle auf immer dreistere Weise. Der Kampf gegen die Räuber scheint aussichtlslos.

Blick auf Kupferrohre. Quelle: dpa

Blick auf Kupferrohre.

DüsseldorfWir müssen auf Sicht fahren", kommentiert der Schaffner die Bummelfahrt auf der Bahnstrecke Göttingen-Hannover. "Es waren Kabeldiebe unterwegs." Durchsagen wie diese sind längst kein Einzelfall mehr. Rund 4500 Mal schlugen Buntmetalldiebe bei der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr zu, 40 Prozent häufiger als 2009. Die Schäden sind immens - und überschreiten wegen hoher Reparaturkosten und Ausfallentschädigungen den Wert des gestohlenen Materials meist um ein Vielfaches.

Und es dürfte noch schlimmer kommen. Im ersten Halbjahr 2011, heißt es bei der Deutschen Bahn, ging es mit den Diebstählen weiter nach oben. Allein in den ersten vier Monaten registrierte die Berliner Zentrale 1000 solcher Straftaten.
Hohe Preise für Metalle locken

Nicht nur Deutschlands größtes Verkehrsunternehmen leidet unter den Beutezügen der Metalldiebe. Geklaut wird inzwischen alles - auch wenn es eigentlich niet- und nagelfest ist. Neben Stellwerksleitungen und Erdungskabeln ziehen längst auch Gullideckel, Geräte auf Spielplätzen oder Dachrinnen unliebsame Interessenten an. Selbst das kulturelle Wahrzeichen des württembergischen Städtchens Backnang, die Bronzeskulptur "Die Claque", verkauften Kriminelle vor einigen Tagen als Altmetall.

Grund dafür sind die steigenden Rohstoffpreise. Eine Tonne des begehrten Kupfers etwa kostet zurzeit über 9900 Dollar, so viel wie zuletzt vor vier Monaten. Entsprechend verlockend entwickeln sich die Kaufangebote auch im internationalen Schrotthandel. Das Geschäft für Langfinger wird immer lukrativer. Und die rüsten auf. Wurden früher allenfalls Blitzableiterkabel als Beute abtransportiert, machen Diebe auch vor 15.000-Volt-Leitungen nicht mehr Halt. Die speziellen Kleidungsstücke liefert der Fachhandel, ebenso wie isolierendes Schuhwerk, das die Arbeit mit Seitenschneider und Flex an Starkstromleitungen ermöglicht.

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