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06.06.2014

14:31 Uhr

Rohstoffkonzerne sparen

Kein Nespresso mehr in der Goldmine

Kein teurer Kaffee für die Arbeiter von Kinross Gold und auch Pastete gibt es nicht mehr. Bergbauriesen müssen sparen – und nicht nur das Ende für Kaffeemaschinen spart eine ganze Menge Geld.

Bunte Kaffee-Kapseln der Marke Nespresso: Unter Tage werden die Bergbauer künftig auf ihren Nespresso verzichten müssen. dpa

Bunte Kaffee-Kapseln der Marke Nespresso: Unter Tage werden die Bergbauer künftig auf ihren Nespresso verzichten müssen.

Chinas nachlassender Rohstoff-Hunger lässt den Bergbausektor zu extremen Mitteln greifen, um die Kosten angesichts der stetig fallenden Preise zu reduzieren. Nachdem die Konzerne bereits Kürzungen in Milliardenhöhe vorgenommen haben, sparen sie nun wo immer möglich jeden Cent ein – angefangen mit Neuverhandlungen von Kautschuk-Verträgen für Reifen bis hin zur Einführung von fahrerlosen Lkws und Zügen. Auch die Speisekarte bildet da keine Ausnahme.

So verlieren die Arbeiter von Kinross Gold im westafrikanischen Mauretanien ihre edlen Kaffeemaschinen der Marke Nespresso, für die der Filmstar George Clooney Werbung macht. Rio Tinto spart derweil bei den Fleischpasteten.

„Die Welt bewegt sich bei den meisten Rohstoffen auf ein Überangebot zu. Der Fokus muss absolut auf Kostensenkungen und Reduzierung der Exzesse der vergangenen fünf Jahre liegen“, sagt Bergbau-Analyst Rob Clifford von der Deutsche Bank in London. „Man muss sich auf kleine Dinge konzentrieren. Jede Pastete zählt.“

Während liquideren Branchen ihren Belegschaften verschwenderische Gourmet-Essen bieten - bei Google gibt es frisches Sushi und in der Kantine im Hauptquartier von Apple gibt es spezielle „Paleo-Diät“-Essensstationen - streicht die Bergbaubranche alles von Tafelwasser bis hin zu Grillfeiern.

Der britische Bergbauriese Rio Tinto, der 2013 auf einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Dollar kam, sparte durch ein reduziertes Angebot an warmen Fleischpasteten und Wurstsemmeln rund 60.000 Dollar (etwa 44.000 Euro) ein. Das war Teil breiterer Anstrengungen, um im Zuge einer globalen Überholung des Betriebs die Kosten im vergangenen Jahr um 2,3 Milliarden Dollar zu senken. An der Strategie werde weiter festgehalten, sagte Konzernchef Sam Walsh jüngst im Interview mit Bloomberg Television. „Wir müssen unsere Effizienz weiter verbessern.“

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