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18.05.2011

13:22 Uhr

Rohstoffmarkt

Südzucker baut internationales Geschäft aus

Südzucker steigt mit 225 Millionen Dollar beim britischen Agrarrohstoffhändler ED & F Man ein. Durch die Beteiligung erhält der Zuckerkonzern Zugang zum weltweiten Handelsnetz - und eine Plattform außerhalb Europas.

Europas größter Zuckerhersteller, Südzucker, will sein internationales Geschäft stärken. Quelle: dpa

Europas größter Zuckerhersteller, Südzucker, will sein internationales Geschäft stärken.

FrankfurtEuropas größter Zuckerkonzern Südzucker verbündet sich mit dem weltweit zweitgrößten Zuckerhändler ED&F Man. Mit der Allianz will sich das Mannheimer Unternehmen weiter vom streng regulierten Markt in der EU lösen, der ihm zwar relativ sichere Erlöse, aber kaum Wachstumsmöglichkeiten bietet. Für eine Beteiligung von 25 Prozent minus einer Aktie an dem 1783 gegründeten Agrar-Rohstoffhändler aus London zahlt Südzucker 255 Millionen Dollar (180 Millionen Euro). „Mit diesem Schritt erhält Südzucker Zugang zum weltweiten Handelsnetz von ED&F Man und damit eine Plattform für den weiteren Ausbau des eigenen Geschäfts außerhalb Europas“, erklärte Südzucker-Chef Wolfgang Heer am Mittwoch in Mannheim.

Südzucker hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (Ende Februar) mit einem operativen Gewinn von 519 (403) Millionen Euro wieder das Niveau des letzten Jahres vor der großen Reform des EU-Zuckermarktes 2006 erreicht. Der Konzern versucht seit langem, sich neue Einkunftsquellen neben Zucker zu erschließen - etwa mit Fruchtsaftkonzentraten, Tiefkühlpizza oder Nahrungsmittelzusätzen sowie mit Bio-Ethanol bei der Tochter CropEnergies. Mit Zucker macht Südzucker aber immer noch gut die Hälfte des Umsatzes und einen noch größeren Anteil des operativen Gewinns.

Der Konzernumsatz stieg auf 6,16 (5,72) Milliarden Euro, der Jahresüberschuss auf 345 (276) Millionen Euro. Die Aktionäre - allen voran die mit 55 Prozent beteiligten Zuckerrübenbauern - bekommen dafür eine auf 55 (45) Cent erhöhte Dividende. Für das laufende Jahr stellte Finanzvorstand Thomas Kölbl einen leichten Umsatzanstieg auf 6,3 Milliarden und einen operativen Gewinn von mehr als 550 Millionen Euro in Aussicht. „Die ersten zwei Monate sind gut gelaufen“, sagte er. 2011 sei eine Durchschnittsernte von Zuckerrüben zu erwarten. Im nächsten Geschäftsjahr 2012/13 soll der Gewinn bei stagnierendem Umsatz erneut leicht steigen. Die Südzucker-Aktie verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 21,80 Euro.

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