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15.06.2012

19:39 Uhr

Roland Koch im Interview

„Ich habe die Entscheidung keinen Tag bereut“

VonJens Koenen, Georg Weishaupt

Roland Koch war Ministerpräsident von Hessen und ist seit einem Jahr Chef des Baukonzerns Bilfinger Berger. Im Interview spricht er über seine neue Rolle als Vorstandsvorsitzender und über künftige Akquisitionen.

Roland Koch, Vorstandschef von Bilfinger Berger. dapd

Roland Koch, Vorstandschef von Bilfinger Berger.

Handelsblatt: Herr Koch, Sie sind jetzt fast ein Jahr Vorstandschef von Bilfinger Berger. Haben Sie Ihren Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft nicht bereut?

Roland Koch: Ich habe die Entscheidung keinen Tag bereut. Sie war wohlüberlegt. Ich habe bei Bilfinger Berger aus meiner Sicht eine herausfordernde, aber bewältigbare Aufgabe vorgefunden. Und eine tolle Mannschaft in Vorstand und Mitarbeiterschaft.

Hat es Sie jemals in den Fingern gejuckt, in die Politik zurückzukehren?

Nein, es juckt mich überhaupt nicht in den Fingern. Ich habe viele gute Momente, aber auch heftige Auseinandersetzungen in der Politik erlebt. Da muss man ein inneres Bewusstsein dafür haben, wann es gut ist. Ich bin aber nach wie vor ein politischer Mensch und im guten Kontakt mit meinen politischen Freunden.

In Ihrer neuen Rolle als Vorstandschef wollen Sie Bilfinger von einem Bau- in einen Dienstleistungskonzern für die Industrie umbauen. Warum stülpen Sie den 500 Teilunternehmen des Konzerns den gemeinsamen Markennamen Bilfinger über. Ist das denn so kriegsentscheidend?

Der Name, den wir ab Herbst einführen, ist nur ein Baustein der neuen Konzernstrategie. Wir wollen für unsere Kunden nach außen sichtbar machen, welche unterschiedlichen, aber sich oft auch ergänzenden Dienstleistungen wir ihnen alle anbieten können. Denn viele Kunden kennen uns bisher nur aus Teilbereichen.

Ein Beispiel?

Künftig werden Sie in der Frankfurter City an nahezu jeder Ecke ein Bilfinger-Auto sehen. Denn wir sind in Deutschland Marktführer im Gebäudemanagement.

Ihre neue Konzernstrategie fordert von den Managern der Teilunternehmen mehr Zusammenarbeit. Lässt sich denn eine solche Kulturrevolution durchsetzen?

Das ist keine Kulturrevolution, aber sicher ein Kulturwandel. Und es ist eine logische Folge unserer Akquisitionsstrategie. Wir haben in den vergangenen Jahren viele gute Unternehmen mit sehr selbstständigen Managern gekauft. Aber jedem Manager war klar, dass er den Wert seines Unternehmens in den Konzern einbringen muss. Ich höre deshalb auch intern wenig grundsätzliche Kritik an der künftigen Form der Zusammenarbeit.

Es gibt aber auch andere Stimmen. Einige Manager befürchten, dass sie durch den Konzernumbau ihre unternehmerische Selbstständigkeit verlieren.

Nein! Auch wenn wir mehr und mehr zu einem Unternehmen werden, behalten sie eine sehr hohe unternehmerische Eigenverantwortung. Das ist für uns als Servicekonzern ein wichtiges Argument gegenüber unseren Kunden: Wir wollen dezentral und transparent sein. Transparenz heißt aber: Der eine weiß, was der andere tut.

Kommentare (1)

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Gastredner

17.06.2012, 15:00 Uhr

Die CDU/CSU sollte nach weiteren verlorenen Wahlen SPD-Angie und all ihre linkslastigen Ökolügenversallen Röttgen,Pofalla,Laschet,Weinberg,von der Leyen, Seehofer...praktisch 80% der ganzen Führungscrew dahin schicken, wo sie hingehören: In den hintersten Winkel dieser Partei. Und dann wird's Zeit, dass Roland Koch, Guttenberg, Merz & Co. wieder kommen und die CDU/CSU endlich wieder auf vernüftige konservativ-freiheitliche Linie bringen. Also Herr Koch, schließen sie sich bitte schon jetzt mal mit den konservativ-freiheitlichen Kräften der Partei zusammen, denn sie werden bald gebraucht. Weiterhin wird's Zeit, dass dann endlich mal die wahren Gründe für die Krise erläutert werden: 50 Jahre wurde über die Verhältnisse gelebt, das Unternehmertum verteufelt, Manager als die alleinigen Übel dargestellt, 19 Mio. Mirgranten sind in die Sozialsysteme eingewandert und der Verbots- Ökofaschismus tut sein übriges. Bürokratieabbau quasi gleich null. Immmer nur ein einziges Rezept: Mehr Steuern & Abgaben...so lange, bis alle nachher 90% Steuer- und Abgabenquote haben. Deutschland fing nach dem Krieg mit einer Steuer- und Abgabenquote von 25% an. Dann läuft der Laden auch. Bis brauchen eine Brachial-Entbürokratisierung, Elbvertiefung, Y-Trasse, Fehmarn-Belt-Queerung usw. sofort. Und Schluss mit dem auf Lügen basierten Märchen, dass Morgen alle Rohstoffe verbraucht wären und der böse böse Mensch hier auf der Erde nur fehl am Platze ist. Wir brauchen ein Volk, dass Lust auf Innovation, Luft auf Leistung & freies Unternehmertum hat und Schluss mit diesem Solidaritätsgeseiere.

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