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09.01.2014

16:49 Uhr

Rolls Royce und Bentley

Doppelter Erfolg der britischen Luxuszwillinge

Die britischen Nobelmarken Rolls Royce und Bentley wurden lange unter einem Dach produziert. Heute gehören sie BMW und VW. Unter deutscher Führung strahlen sie in neuem Glanz – und schreiben Rekorde.

Wolfgang Schreiber verkauft mit Bentley mehr als 10.000 Autos. ap

Wolfgang Schreiber verkauft mit Bentley mehr als 10.000 Autos.

London/DüsseldorfWenn Ferdinand Piëch an die wenigen Niederlagen seiner Karriere zurückdenkt, wird ihm das Jahr in den Sinn kommen, in dem Volkswagen in die Luxusklasse einstieg. 1998 übernahm der VW-Konzern unter seiner Führung Rolls Royce und Bentley für mehr als eine Milliarde Mark. Ein Preis über dem Marktwert – und ein Kauf mit einem Haken. Die Namensrechte an Rolls Royce blieben zunächst beim englischen Triebwerkhersteller und gingen schließlich für deutlich weniger Geld an Konkurrent BMW. Volkswagen blieb nur die sanierungsbedürftige Marke Bentley.

16 Jahre später sieht die Welt in Wolfsburg wieder besser aus. Denn der britischen Nobeltochter geht es so gut wie noch nie. 10.120 Bentleys wurden im vergangenen Jahr verkauft – 19 Prozent mehr als im Vorjahr. „2013 war ein sehr gutes Jahr für Bentley“. In China, den USA und im Mittleren Osten wächst die Nachfrage rasant. Produziert wird im britischen Crewe, dem einstigen Stammsitz von Rolls Royce.

Seit etwa zehn Jahren fährt auch die Queen in einer Luxuskarosse von Bentley. Doch der royale Glanz ist nur ein Grund für den Wiederaufstieg. Denn ausgerechnet das Auto, das eigentlich keinen Chauffeur mehr braucht, treibt die Verkäufe an. 2000 Exemplare der 300.000-Euro-Limousine Flying Spur hat Bentley in den vergangenen Monaten verkauft. So viele wie sonst nur in einem Jahr.

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Seit Torsten Müller-Ötvös Chef bei Rolls-Royce ist, fährt der Luxus-Hersteller ein Rekordjahr nach dem anderen ein. Mit welcher Strategie er das auch 2013 erreichen will, erklärt Müller-Ötvös im Interview.

Auch die einstige Schwestermarke Rolls Royce wagt es mittlerweile, den Kundenkreis zu erweitern. Mit dem „Wraith“ setzt die Marke mit der markanten Kühlerfigur „Spirit of Ecstasy“ auf Luxus in einer kleineren Variante. Am Preis will der deutsche Chef Torsten Müller-Ötvös aber wenig ändern „Wir haben keinerlei Absichten, in der Preispositionierung weiter herunter zu gehen“, betont er. Schließlich wolle ein Rolls-Royce-Kunde alles – nur nicht, dass sein Wagen an jeder Ecke zu sehen sei: „Wir befinden uns eigentlich nicht im klassischen Automobilgeschäft, sondern eher im High-End-Luxusgütergeschäft.“

100 neue Mitarbeiter will Müller-Ötvös im laufenden Jahr einstellen und die Personalstärke damit auf 1400 Kollegen ausbauen. Ein deutlicher Volumenausbau sei jedoch nicht geplant. Es gelte weiterhin, exklusiv zu bleiben.

Die Trennung von Bentley und Rolls Royce scheint auch der anderen britischen Nobelmarke gutgetan zu haben. Denn auch der heutigen BMW-Tochter geht es glänzend. 2013 wurden insgesamt 3630 Fahrzeuge mit der an wohlhabende Käufer in aller Welt verkauft – eine Steigerung um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Zunahme des Absatzes im vierten Jahr in Folge.

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