Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.05.2015

12:36 Uhr

Rote Zahlen

Alstom rutscht wegen Korruption in Verlustzone

Alstom kann derzeit eine gute Auftragslage verbuchen. Dennoch ist der französische Industriekonzern in die Verlustzone gerutscht. Schuld daran sind ein Bestechungsskandal in den USA und Abschreibungen in Russland.

Zurzeit wartet Alstom auf die Zustimmung der Aufsichtsbehörden für den Verkauf seiner Energiesparte an General Electric. Reuters

Alstom

Zurzeit wartet Alstom auf die Zustimmung der Aufsichtsbehörden für den Verkauf seiner Energiesparte an General Electric.

ParisDer französische Industriekonzern Alstom ist wegen eines Bestechungsskandals in den USA und Abschreibungen in Russland in die Verlustzone gerutscht. Vor dem Verkauf der Energiesparte an den US-Rivalen General Electric (GE) fiel im Geschäftsjahr 2014/15 (bis Ende März) ein Fehlbetrag von 719 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Jahr zuvor hatte der Siemens -Rivale noch 556 Millionen Euro verdient. Gleichzeitig erzielte Alstom nun aber einen Rekord-Auftragseingang von zehn Milliarden Euro.

Firmenchef Patrick Kron zeigte sich zuversichtlich, den GE-Deal in den nächsten Monaten abschließen zu können. Der Verkaufserlös für die Energiesparte erweitere den Spielraum für Investitionen. Zugleich sollen Schulden abgebaut und ein Teil an die Aktionäre weitergereicht werden.

Alstom will sich künftig auf das Geschäft mit Zügen und Bahntechnik konzentrieren und verkauft deshalb für 12,4 Milliarden Euro die Energiesparte an GE. Nachdem die französische Regierung Anfang November grünes Licht für die Übernahme gegeben hat, müssen die Amerikaner nun noch die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter ausräumen. Dazu traf GE-Chef Jeff Immelt in dieser Woche EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Alstom hatte bereits im Dezember mitgeteilt, eine Strafe von 772 Millionen Dollar zu entrichten, um das Korruptionsverfahren in den USA beizulegen. Manager des Konzerns sollen weltweit mehr als 75 Millionen Dollar an Berater und Politiker gezahlt haben, um Aufträge zu ergattern.

Für Zuversicht sorgen bei dem Siemens-Rivalen derzeit vor allem Großaufträge in Südafrika, Katar und Australien sowie der Zuschlag für den Bau einer Zugstrecke in Mexiko. Dies bescherte den Franzosen im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordzuwachs beim Auftragseingang von 60 Prozent. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 6,2 Milliarden Euro.

Im Gegensatz zu Alstom wird Siemens Analysten zufolge am Donnerstag eine Verdreifachung des Gewinns für das abgelaufene Quartal präsentieren können. Vor allem lukrative Verkäufe von Geschäftsteilen füllten wohl die Kasse. GE verbuchte zuletzt im Industriegeschäft einen zehn Prozent höheren Gewinn. Der Ausstieg aus dem Finanz-Segment brockte dem US-Mischkonzern allerdings einen Milliardenverlust im ersten Quartal ein.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×