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08.11.2011

11:57 Uhr

Roth & Rau

Solarkrise vermiest Meyer Burger die neue Tochter

Nach den enormen Verlusten von Roth & Rau verliert Meyer Burger das Interesse an seiner neuen Solar-Tochter. Man werde eine Komplettübernahme von Roth & Rau zunächst nicht mehr forcieren, teilten die Schweizer mit.

Ein Arbeiter installiert auf einem Dach eine Solaranlage. dpa

Ein Arbeiter installiert auf einem Dach eine Solaranlage.

DüsseldorfNach hohen Verlusten beim Solar-Maschinenbauer Roth & Rau geht die Schweizer Konzernmutter Meyer Burger auf Distanz zu ihrer Tochter. Vom geplanten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit Roth & Rau sehe Meyer Burger derzeit ab, teilte die Firma am Dienstag mit.

Andernfalls müsste Meyer Burger die Verluste bei Roth & Rau ausgleichen. Zudem werde der Vorstand die Komplettübernahme nun erst einmal nicht mehr forcieren, teilten die Schweizer zudem mit. Meyer Burger hatte den sächsischen Maschinenbauer in diesem Jahr übernommen und hält inzwischen knapp 90 Prozent.

Roth & Rau hatte am Montagabend mitgeteilt, wegen der schwachen Entwicklung in der Solarbranche in den ersten neun Monaten einen operativen Verlust (Ebit) von 76 Millionen Euro verbucht zu haben. Zudem sei der Umsatz um beinahe ein Viertel auf 146 Millionen Euro eingebrochen. Wertberichtigungen und Sondereffekte von 45 Millionen Euro seien allein im dritten Quartal angefallen. Mit weiteren 15 Millionen Euro seien im das Abschlussquartal zu rechnen.

Das Manko schlägt auch bei Meyer Burger zu Buche: Die Schweizer rechnen mit Wertberichtigungen auf die Beteiligung an Roth & Rau zwischen 40 und 60 Millionen Euro. Zudem fiel allein im Zeitraum Juli bis Anfang August ein Verlustanteil von rund 14 Millionen Euro an. Negative Ergebniseffekte bei Roth & Rau würden im vierten Quartal dann vollständig konsolidiert.

Die Nachrichten sorgten an der Börse für Kurseinbrüche bei beiden Unternehmen: Roth & Rau gaben in der Spitze um gut 20 Prozent nach. Mit 17,58 Euro waren die Titel so billig wie seit sieben Monaten nicht mehr. Meyer Burger fielen um bis zu acht Prozent auf ein 27-Monats-Tief von 19,55 Franken.

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