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08.01.2007

15:02 Uhr

Rück- und Ausblick

Die Gewinne sprudeln

VonTorsten Riecke und Ulf Sommer

Am Dienstag legt der US-Aluminiumhersteller Alcoa als erster namhafter Konzern seine Bilanz für 2006 vor. Grund genug, einen Rück- und Ausblick zu wagen. Und da fällt das Ergebnis eindeutig aus: Die großen amerikanischen und europäischen Unternehmen stehen vor ihrem vierten Gewinn-Rekordjahr in Folge. Besonders für die Deutschen sieht es gut aus.

Die deutsche Industrie hat gut zu tun, hier eine Warmwalzstraße von Thyssen-Krupp in Duisburg. Foto: dpa dpa

Die deutsche Industrie hat gut zu tun, hier eine Warmwalzstraße von Thyssen-Krupp in Duisburg. Foto: dpa

NEW YORK/DÜSSELDORF. Deutsche Firmen konnten in 2006 ihre Nettogewinne kräftiger steigern als die Konzerne in den USA und im übrigen Europa. Dies zeichnet sich nach Berechnungen der Informationsdienstleister Thomson Financial und Factset/JFC zum Auftakt der Bilanzsaison ab.

Nach 13,6 Prozent Gewinnwachstum 2006 dürften die Dax-Unternehmen nach Factset/JFC-Berechnungen mit 10,6 Prozent in diesem Jahr erneut zweistellig zulegen. Für Gesamteuropa erwarten die Experten nur halb so viel. Angesichts guter Unternehmensausblicke und Konjunkturaussichten haben sie die Schätzungen für Deutschland in den letzten Monaten angehoben. „Die Erwartungen sind realistisch und sollten eher übertroffen als unterschritten werden“, sagt Deutsche-Bank-Stratege Bernd Meyer. Einer moderaten Abkühlung der Weltwirtschaft stehen eine anspringende Binnennachfrage und kaufkräftige Finanzinvestoren gegenüber. Sie drängen die Firmen, ihre Margen weiter zu steigern. Hier hinken deutsche Firmen internationalem Standard immer noch hinterher. Pro 100 Euro Umsatz dürften bei den Dax-Firmen 2006 durchschnittlich 5,5 Euro Nettogewinn hängen bleiben. Das ist zwar so viel wie im Rekordjahr 2000, aber nur halb so gut wie international üblich.

Gewinnwachstum verlangsamt sich

Amerikanische und europäische Unternehmen müssen im neuen Jahr Abstriche beim Gewinnwachstum einkalkulieren. Die Firmen in Europa dürften nach Berechnungen von Factset/JCF auf einen Zuwachs von 5,8 Prozent kommen. Für US-Konzerne sagt Thomson Financial ein Plus von 9,2 Prozent voraus.

„Die Bäume wachsen eben nicht in den Himmel“, meint Jan Hatzius, Chefökonom der Investmentbank Goldman Sachs in New York. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Firmengewinne am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA mit rund 10 Prozent auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren. Strikte Kostendisziplin, niedrige Zinsen und hohe Produktivitätsraten sorgten für einen regelrechten Geldregen. So stiegen die Profite der großen Firmen noch im drittel Quartal 2006 um fast 20 Prozent. Im neuen Jahr schlägt das Pendel leicht zurück: Das Wirtschaftswachstum schwächt sich nach Voraussage vieler Ökonomen auf weniger als drei Prozent ab, die Löhne steigen, und die Unternehmen verlieren ihre Preismacht. Positiv auf die Erträge wirkt dagegen der schwache Dollar. Die großen US-Konzerne verdienen rund 40 Prozent ihrer Gewinne im Ausland. Die Umrechnung dieser Erträge in einen schwachen Greenback füllt die Konzernkassen.

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