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30.06.2011

18:18 Uhr

Rückhalt

Opel: General Motors ist zufrieden mit uns

Der Autobauer Opel hat Spekulationen über mangelnden Rückhalt beim Mutterkonzern General Motors (GM) zurückgewiesen.

Eine Opel-Allianz mit einem anderen Unternehmen ist denkbar. Quelle: dpa

Eine Opel-Allianz mit einem anderen Unternehmen ist denkbar.

Frankfurt„In der Tat ist GM sehr zufrieden damit, dass Opel/Vauxhall den Vorgaben seines Restrukturierungsplans voraus ist“, teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung in Rüsselsheim mit. Auf Wohlwollen des US-Konzerns stoße auch, „dass GM in Europa positive Finanzergebnisse im ersten Quartal 2011 erzielt hat und dass der Opel/Vauxhall-Marktanteil im Mai zum siebten Mal in Folge den jeweiligen Vergleichswert des Vorjahres übertroffen hat.“

Anfang Juni hatten Verkaufsgerüchte die Belegschaft verunsichert. GM gehe die Erholung des Europageschäfts mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall nicht schnell genug, sickerte aus dem Umfeld von GM-Chef Dan Akerson durch. Berichte über eine Trennung wurden von der Konzernzentrale in Detroit nur halbherzig als Spekulationen zurückgewiesen. Betriebsratschef Klaus Franz verlangte ein klares Bekenntnis der Detroiter Zentrale zu ihrer Rüsselsheimer Tochter. Unter vier Augen soll Akerson Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke zwar zugesichert haben, dass es derzeit weder Gespräche noch Kontakte mit anderen Herstellern über einen Verkauf gebe.

Öffentlich wollte sich GM jedoch nicht klarer äußern. Ein Verkauf von Opel gilt wegen der engen Verknüpfung mit anderen Firmenteilen als unwahrscheinlich. Allerdings könnte GM seine Tochter in eine Allianz einbringen. Der chinesische Autobauer BAIC wurde als möglicher Partner genannt. Damit würde GM jedoch SAIC vor die Stirn stoßen, mit dem der amerikanische Konzern in China gemeinsam Autos baut. Als Hauptproblem sehen Branchenexperten, dass GM Opel als regionale Marke betrachtet und ihr Zugang zu wichtigen internationalen Märkten wie China verwehrt. Zudem konkurrieren die Rüsselsheimer in Europa mit der GM-Marke Chevrolet, die ihnen Kunden wegschnappt.

General Motors hatte Opel in seiner Krise vor zwei Jahren bereits einmal zum Verkauf gestellt. Kurz vor einem Abschluss mit dem Zulieferer Magna entschieden die Amerikaner jedoch, die Tochter doch selbst zu sanieren. Opel trennte sich in der Folge europaweit von 8000 der 48.000 Beschäftigten. Das Werk im belgischen Antwerpen wurde geschlossen. Zuletzt einigten sich Firmenführung und Betriebsrat auf einen Personalabbau im Bochumer Werk.

Von

rtr

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