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14.01.2015

17:25 Uhr

Rückruf-Skandal

GM zahlt 1,8 Milliarden Dollar

Der Skandal kommt GM immer teurer zu stehen: Wegen einer verpatzten Rückruf-Aktion zahlte der US-Autobauer bereits 1,8 Milliarden Dollar an Entschädigungen. Weitere 1,2 Milliarden Dollar sind zurückgelegt.

Mary Barra, seit Januar 2014 GM-Chefin, muss nach wie vor die Folgen eine Rückruf-Desasters bewältigen. ap

Mary Barra, seit Januar 2014 GM-Chefin, muss nach wie vor die Folgen eine Rückruf-Desasters bewältigen.

DetroitIm Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) vergangenes Jahr Entschädigungen in Höhe von gut 1,8 Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) ausbezahlt. Weitere 1,2 Milliarden Dollar seien für Zahlungen an Opfer und deren Angehörige in diesem Jahr zurückgelegt worden, teilte GM am Mittwoch mit.

Der Konzern hatte vergangenen Monat mehr als 40 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Defekt eingeräumt, nachdem er anfänglich nur 13 Todesfälle anerkannt hatte.

Der Entschädigungsfonds wird von dem Staranwalt Kenneth Feinberg verwaltet. Mitte Dezember hatte Feinberg mitgeteilt, dass seit August mehr als 2300 Forderungen eingegangen seien. GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte fließen je 300.000 Dollar. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen. Die Frist für Antragsteller läuft Ende Januar ab.

General Motors musste Anfang des vergangenen Jahres 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

14.01.2015, 19:03 Uhr

GM als Firma zahlt also ca. 3 Mill.. Diese Summe wird also den Mitarbeitern vorenthalten, nur weil die Manager vorsätzlich versagten. Was zahlen die Manager persönlich? Wieviel könnte man den Mitarbeiter mehr zahlen wenn die Manager die Firma nicht geschädigt hätten??

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