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30.01.2010

15:38 Uhr

Rückrufaktion

Toyota entschuldigt sich

Akio Toyoda, Präsident des japanischen Autokonzerns, hat sich ein hochkarätiges Publikum für seinen Kniefall gewählt: Vor den Größen aus Politik und Wirtschaft aus aller Welt entschuldigte sich der Konzernchef für die Probleme an Millionen Toyota-Fahrzeugen. Inzwischen hat die Deutschland-Vertretung mitgeteilt, welche Wagen hierzulande betroffen sind.

Toyota-Präsident Akio Toyoda entschuldigt sich für die aktuellen Pannen. dpa

Toyota-Präsident Akio Toyoda entschuldigt sich für die aktuellen Pannen.

HB TOKIO/DAVOS. Es tue ihm sehr leid, dass die Kunden beunruhigt wurden, zitierte der japanische Fernsehsender NHK am Samstag den Toyota-Präsidenten. Der weltgrößte Autohersteller ruft derzeit weltweit Millionen fehlerhafter Autos wegen Problemen mit klemmenden Gaspedalen zurück. Am Freitag habe Toyoda - so der Sender - am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zudem gesagt, der Konzern wolle jetzt alle Fakten ermitteln und sie den Kunden erklären, um ihnen so schnell wie möglich die Angst zu nehmen. Man werde alles unternehmen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiere, sagte der Präsident weiter.

Am Freitag hatte die Rückrufwelle Europa erreicht: Der japanische Autobauer muss auch dort bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Das Unternehmen teilte in Köln mit, in Europa sei bislang nur eine begrenzte Anzahl von Fällen bekannt, in denen das Problem aufgetreten ist. Einen Unfall, der dadurch verursacht worden wäre, habe es nach derzeitigem Kenntnisstand bislang nicht gegeben.

Unterdessen seien bei Toyota Deutschland bisher noch keine vermehrten Anfragen besorgter Kunden eingegangen, sagte Sprecher Ekkardt Sensendorf am Samstag in Köln. Bei einer Kunden-Hotline, die werktags besetzt ist, sei bis Freitagabend kein signifikanter Anstieg der Anruferzahl verzeichnet worden. "Es ist insgesamt relativ ruhig bisher." Angaben dazu, wie viele Autos in Deutschland von der Rückrufaktion betroffen sind, könne das Unternehmen frühestens am Montag machen, sagte Sensendorf.

Die Halter betroffener Fahrzeuge in Deutschland bekommen in den nächsten Tagen einen Brief des Kraftfahrtbundesamtes, in dem sie über den Rückruf informiert und gebeten würden, eine Toyota-Werkstatt aufzusuchen. Dort werde das Gaspedal repariert oder ausgetauscht, hieß es.

In der vergangenen Woche hatte Toyota bereits einräumen müssen, dass in 2,3 Millionen amerikanischen Autos Gaspedale in der durchgetretenen Stellung festhängen bleiben können. Daraufhin wurde der Verkauf der betroffenen Modelle in den USA gestoppt.

Betroffene Modelle

Laut Mitteilung von Toyota-Deutschland aus Köln geht es um die folgenden Modelle mit den genannten Produktionszeiträumen:

- Aygo (Februar 2005 August 2009)
- iQ (November 2008 November 2009)
- Yaris (November 2005 September 2009)
- Auris (Oktober 2006 5. Januar 2010)
- Corolla (Oktober 2006 Dezember 2009)
- Verso (Februar 2009 5. Januar 2010)
- Avensis (November 2008 Dezember 2009)
- RAV4 (November 2005 November 2009)

Die Autos der Luxusmarke Lexus sind nicht betroffen.

Kommentare (1)

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Claus Schmieder

01.02.2010, 11:07 Uhr

Es tut mir leid, dass ich hier den besserwisser gebe, aber ich halte es tatsächlich für wichtig.
in der japanischen Kultur gibt es nicht wie in den christlichen Kulturen den Gedanken der Schuld und folglich auch nicht den des ent"schuld"igens. Japaner drücken ihr größtes bedauern aus, versprechen, sich zu kümmern und weiteren Schaden abzuwenden. All dies hat aber nichts mit dem christlichen Entschuldigen zu tun, das in seiner bedeutung heißt "ich bin verantwortlich, ich nehme die Schuld auf mich, ich trage die Folgen".
Es ist oft zu kurz gegriffen und wird der Sache nicht gerecht, Geschehnisse in anderen Kulturen mit unseren moralischen und gesellschaftlichen Maßstäben zu messen. Dies ist natürlich eine binsenweisheit, die anscheinend aber nicht weiter interessiert.

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