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28.01.2010

15:28 Uhr

Rückrufe

Toyota Pannenserie wird zum globalen Desaster

VonFinn Mayer-Kuckuk, Carsten Herz

Die dramatische Pannenserie des Herstellers Toyota weitet sich zu einem weltweiten Problemfall für den weltgrößten Autokonzern aus. Nach mehreren Millionen Autos in den USA ist nun auch Europa betroffen.

Toyotas Image leidet massiv. Quelle: ap

Toyotas Image leidet massiv.

TOKIO/FRANKFURT. „Toyota wird auch in Europa einen Rückruf durchführen“, sagte Etienne Plas, Sprecher der Europazentrale des Unternehmens in Brüssel. Welche Modelle und wie viele Autos davon betroffen seien, werde noch untersucht. Es gebe aber keine Pläne, die Produktion auch in Europa zu stoppen. In Europa sei der Austausch der betroffenen Teile im Rahmen der laufenden Produktion bereits Modell für Modell eingeleitet worden. Ein Toyota-Sprecher in Deutschland sagte, er rechne damit, dass bis Freitag klar sei, welche Modelle, Baureihen und Baujahre betroffen seien. „Die Besitzer werden angeschrieben und können ihre Fahrzeuge kostenlos reparieren lassen.“

In den USA hatte der Konzern zuvor den Verkauf von acht Modellen gestoppt und sechs Millionen Autos in die Werkstätten beordert, nachdem Probleme mit dem Gaspedal auftraten, die bereits zu Unfällen geführt hatten. In Europa könnten nach Branchenschätzungen bis zu zwei Millionen Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen sein. Laut Medienberichten muss der japanische Autohersteller Toyota wegen Problemen mit dem Gaspedal auch 75.000 Autos in China zurückrufen. Eine Sprecherin von Toyota sagte, sie könne dies zunächst nicht bestätigen. Falls in Europa tatsächlich zwei Millionen Autos in die Werkstätten müssen, würde sich die Rückrufaktion auf insgesamt mehr als acht Millionen Fahrzeuge erstrecken – fast die Jahresproduktion des weltgrößten Herstellers.

Analysten zufolge ist der Imageschaden für den Branchenprimus enorm. Toyota-Autos galten bisher als besonders hochwertig und sicher vor Pannen. Noch vor wenigen Tagen hatte der Weltmarktführer angekündigt, den Absatz in der gesamten Unternehmensgruppe 2010 um sechs Prozent auf 8,27 Millionen Fahrzeuge steigern zu wollen – und damit weiter deutlich vor dem Konkurrenten VW liegen zu wollen. Das Pannendesaster, das immer dramatischere Züge annimmt, könnte diese Pläne jetzt allerdings in Frage stellen.

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