Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2015

08:03 Uhr

Rückzug bei Audi und Porsche?

Winterkorn droht der totale Machtverlust

Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn steht offenbar kurz davor, auch alle anderen Ämter im Konzern aufzugeben. Derweil ruft der Abgasskandal bei Volkswagen nun die chinesischen Behörden auf den Plan.

Tritt Winterkorn ganz ab?

Neue Hiobsbotschaften für Volkswagen

Tritt Winterkorn ganz ab?: Neue Hiobsbotschaften für Volkswagen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinWegen der Abgasaffäre wird der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn offenbar gedrängt, auch alle übrigen Ämter im VW-Konzern aufzugeben. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR ist damit in den nächsten Tagen zu rechnen.

Winterkorn ist derzeit noch Aufsichtsratschef bei Audi und bei der Lkw-Tochter von VW sowie Aufsichtsrat beim Sportwagen-Hersteller Porsche. Vor allem aber hat der langjährige Top-Manager noch den Chefposten bei der Porsche SE Holding inne. Das ist eine Finanz-Gesellschaft, in der die Familien Porsche und Piëch ihre Anteile an der Volkswagen AG gebündelt haben.

Die RWTH und der Abgas-Skandal: Die Aachen-Connection von VW

Die RWTH und der Abgas-Skandal

Premium Die Aachen-Connection von VW

Viele Volkswagen-Manager, die in den Abgasskandal verwickelt sein sollen, haben an der RWTH Aachen studiert. Das Netzwerk ist bis heute aktiv. Was wusste die Hochschule über den Skandalmotor?

Die beiden Familien sind über diese Holding Hauptaktionäre des Autokonzerns, den sie so steuern können. Bliebe Winterkorn Chef der Familien-Holding, dann hätte er weiterhin großen Einfluss auf Volkswagen und auch auf seinen Nachfolger als Vorstandsvorsitzender bei VW, Matthias Müller. Müller ist in der Holding Vorstand für Strategien und Unternehmensentwicklung und hat dort Winterkorn derzeit noch als Chef vor sich.

Aus Konzernkreisen heißt es demnach, Winterkorn habe seine Lage analysiert und werde sich nun vollständig zurückziehen. Zuvor müssten noch einige Formalien geklärt werden. Das Land Niedersachsen, zweitgrößter Aktionär von Volkswagen, hatte Winterkorn zu verstehen gegeben, dass er aus allen Ämtern ausscheiden müsse. Den kompletten Rückzug verlangten auch Vertreter der IG Metall.

Derweil ruft der Abgasskandal bei Volkswagen nun auch die chinesischen Behörden auf den Plan. Die Qualitätsaufsicht AQSIQ äußerte sich am Montag „höchst besorgt“ über die Software in VW-Dieselautos, mit der Abgaswerte bei Tests manipuliert wurden. Sie kündigte zugleich geeignete Maßnahmen an, ohne dies näher zu erläutern.

Laut AQSIQ wird Volkswagen 1950 importierte Fahrzeuge in China zurückrufen. Vor allem handele es sich dabei um Wagen vom Typ Tiguan. Zugleich gab das chinesische Umweltministerium bekannt, es werde eine Untersuchung von VW-Fahrzeugen starten. Auch hierzu wurden keine Einzelheiten genannt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×