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09.01.2007

08:51 Uhr

Rückzug von Northrop

Ärger für EADS bei Lufttanker-Auftrag in den USA

Der Wettbewerb um den lukrativen Tankerauftrag der amerikanischen Luftwaffe droht kurz vor Beginn der offiziellen Ausschreibung zu platzen. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ hat der Rüstungskonzern Northrop Grumman mit dem Rückzug gedroht.

tor NEW YORK. Das würde auch die Chancen des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS zunichte machen, der sich zusammen mit Northrop um den Auftrag bewerben will. Alleiniger Anbieter wäre in diesem Fall der Konkurrent Boeing. Der Tankerauftrag mit einem Volumen von mehr als 100 Mrd. Dollar über zehn Jahre sollte für EADS das Entrée in den amerikanischen Rüstungsmarkt sein.

Northrop bemängelt, dass die bisherigen Ausschreibungsrichtlinien den Rivalen Boeing bevorzugen würden. Während Northrop und EADS ein größeres Flugzeug auf der Grundlage der Airbus A330 anbieten wollen, geht Boeing mit seinem kleineren Modell 767 ins Rennen. Das amerikanisch-europäische Duo setzt darauf, dass die Luftwaffe das zusätzliche Platzangebot des Airbus für den Transport von Material und Personen nutzen kann und dafür möglicherweise auch bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen. Noch hat sich das US-Verteidigungsministerium jedoch nicht festgelegt, ob es daran überhaupt Interesse hat oder lieber ein reines Tankflugzeug ordern möchte. Weder Northrop noch EADS nahmen zu dem Bericht Stellung. Northrop-Sprecher Randy Belote sagte lediglich, dass sein Unternehmen seit langem dafür plädiere, bei dem Tankerauftrag auf vielfältige Nutzungsmöglichkeiten der Flugzeuge zu achten.

Allerdings könnte ein Rückzug von Northrop/EADS auch das Pentagon in Erklärungsnöte bringen, musste doch die Luftwaffe den 2001 bereits an Boeing vergebenen Tankerauftrag wieder rückgängig machen, weil es bei der Vergabe zu Mauscheleien zwischen Pentagon-Mitarbeitern und dem Flugzeugbauer gekommen war. Seitdem steht die Air Force unter starken politischen Druck, bei der neuen Ausschreibung auf mehr Wettbewerb zu achten. Unklar ist, ob es sich bei der Drohung von Northrop lediglich um ein taktisches Manöver in der heißen Phase des Wettbewerbs handelt. Beobachter in Washington glauben jedoch inzwischen nicht mehr daran, dass das Verteidigungsministerium wie geplant in der nächsten Woche die endgültigen Ausschreibungsrichtlinien für den Tankerauftrag vorlegen wird.

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