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03.01.2010

14:40 Uhr

Rüstung

Airbus drängt auf Entscheidung bei A400M

Der Flugzeughersteller erhöht bei der Diskussion um die Finanzierung des Militärtransporters A400M den Druck auf die Kundenstaaten: Wenn die Verhandlungen scheitern, will das Unternehmen das Projekt einstellen. An dem Bau des Militärtransporters hängen in Europa rund 40 000 Arbeitsplätze, davon etwa 11 000 in Deutschland.

Der A400M bei einem Testflug im Dezember 2009. Das Programm hat bislang gut drei Jahre Verspätung. dpa

Der A400M bei einem Testflug im Dezember 2009. Das Programm hat bislang gut drei Jahre Verspätung.

PARIS. Airbus will bis Ende Januar mit den Kundenstaaten eine Entscheidung über die Finanzierung des Militärtransporters A400M treffen. "Wir wollen das A400M-Programm zu einem Erfolg führen und sind bereit, auch unsere Verantwortung zu übernehmen und die Lasten zu teilen", sagte Konzernsprecher Stefan Schaffrath am Neujahrstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Paris. "Aber das Programm braucht eine starke finanzielle Anstrengung der Regierungen, damit es für alle Seiten ein Erfolg wird. Wir hoffen, die Verhandlungen bis Ende des Monats abzuschließen."

Falls die Verhandlungen scheitern, will Airbus-Chef Thomas Enders das Programm einstellen. "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", hatte Enders bereits vor einem Jahr erklärt. Der Zeitung "Die Welt" (Samstag) sagte Enders: "Jetzt ist Zeit für Bewegung, so oder so". Das A400M-Programm werde voraussichtlich keinen Gewinn abwerfen. Er könne es aber "nicht verantworten, mit so einem Rüstungsprogramm das ganze Unternehmen und damit auch die zivilen Programme zu gefährden".

Am A400M-Projekt hängen 40 000 Arbeitsplätze in Europa, davon 11 000 in Deutschland. Das Programm hat gut drei Jahre Verspätung und die Plankosten von 20 Milliarden Euro für die ersten 180 Maschinen werden vermutlich um fast 40 Prozent überschritten. Airbus hat bereits 2,4 Milliarden Euro Rückstellungen gebildet und will die Kundenstaaten an den Mehrkosten beteiligen. Deutschland als größter Startkunde beharrt bisher auf die Einhaltung des Vertrages. Als Kompromiss ist seit Monaten die Senkung der Lieferzahlen im Gespräch.

Die A400M ist das größte europäische Rüstungsprojekt. Am 11. Dezember hatte das Transportflugzeug seinen Jungfernflug absolviert. Airbus hat die Fertigung komplett reorganisiert und den Großteil der technischen Probleme gelöst. "Was noch fehlt, ist eine solide finanzielle Basis für die Zukunft", sagte Schaffrath.

Kommentare (1)

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Egon

03.01.2010, 19:45 Uhr

Wenn sich EADS nicht in der Lage sieht, wenn schon nicht termingerecht, dann wenigstens zum vereinbarten Preis zu liefern, dann gehört das Projekt eben neu ausgeschrieben. Gleiche Chancen für alle (siehe US Tankflugyeuge...) Der faire Wettbewerb sollte dann auch dem Preis zugute kommen. Der Hinweis auf xyz Arbeitsplätze ist Erpressung. Wer kann das nachprüfen? Die größte Gefahrt droht hier durch fortgesetzt schlechtes Projektmanagement.
Vielleicht könnte man mal probeweise ein paar Antonows einsetzen...
Unglaublich, was man sich in der Rüstungsbrance als Lieferant noch erlauben kann...

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