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13.01.2011

20:37 Uhr

Rüstungsbranche

Angriff auf Rheinmetall?

VonAstrid Dörner, Martin Murphy, Markus Hennes , Johannes C. Bockenheimer

Die Gerüchteküche brodelt: Der Düsseldorfer Rüstungshersteller Rheinmetall soll in das Visier ausländischer Wettbewerber geraten sein. Angeblich plant der amerikanische Konzern Northrop Grumman eine Übernahme des Konzerns. Rheinmetall bestreitet die Spekulationen vehement.

Bald in US-Hand? Um den Rüstungskonzern Rheinmetall gibt es derzeit Übernahmespekulationen. ap

Bald in US-Hand? Um den Rüstungskonzern Rheinmetall gibt es derzeit Übernahmespekulationen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Spekulationen um eine Übernahme von Rheinmetall haben gestern den Aktienkurs des Rüstungsherstellers und Autozulieferers in die Höhe getrieben. Wie Aktienhändler berichteten, plane der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman eine Kaufofferte vorzulegen. Angeblich, so heißt es in Börsenkreisen, biete Northrop 82 Euro je Aktie oder insgesamt 3,25 Milliarden Euro für das Düsseldorfer Unternehmen. In der Folge stiegen die Rheinmetall-Papiere bis auf 65,75 Euro - den höchsten Stand seit Herbst 2007.

Rheinmetall trat den Spekulationen prompt entgegen: "Wir führen keine Gespräche mit Northrop", so ein Konzernsprecher. Bei Northrop hieß es: "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Angelegenheiten, die Fusionen und Übernahmen betreffen." Davon ließen sich die Anleger aber nicht beeindrucken.

Northrop mit Sitz in Los Angeles gehört mit knapp 34 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2009 zu den großen Rüstungskonzernen der USA und ist gemessen an den Erlösen sieben Mal größer als Rheinmetall. Northrop stellt unter anderem den Tarnkappenbomber B-2 für die US-Luftwaffe her. Erstmals aktiv in Deutschland wurden die Amerikaner 2001: Damals übernahm Northrop den schwäbischen Navigationsspezialisten Litef aus Freiburg.

Die aktuellen Übernahmespekulationen setzen die Bundesregierung unter Zugzwang: Berlin drängt seit Jahren auf eine Konsolidierung der stark fragmentierten heimischen Rüstungsbranche, allerdings soll diese unter den heimischen Unternehmen stattfinden. Eine Übernahme von Rheinmetall durch Northrop schätzen Branchenkenner als "äußerst unwahrscheinlich" ein.

Rheinmetall hat zwar keinen Ankeraktionär, ist aber gleichwohl vor einem Angriff geschützt. Nach den Bestimmungen des Außenwirtschaftsgesetzes kann die Bundesregierung die Beteiligung eines ausländischen Konzerns an einer deutschen Rüstungsfirma untersagen, sobald diese die Schwelle von 25 Prozent übersteigt. Deutschland achtet wie die meisten Staaten mit Argusaugen über seine Rüstungsindustrie.

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