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17.06.2012

14:37 Uhr

Rüstungsgeschäft

Panzerdeal mit Saudi-Arabien soll größer ausfallen

Der umstrittene Panzerdeal mit Saudi-Arabien könnte ein noch größeres Ausmaß annehmen als bisher angenommen. Laut einem Zeitungsbericht sollen bis zu 800 deutsche Leopard 2 nach Riad geliefert werden.

Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 sollen nach Saudi-Arabien verkauft werden. dpa

Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 sollen nach Saudi-Arabien verkauft werden.

BerlinSaudi-Arabien will nach einem Zeitungsbericht noch viel mehr deutsche Kampfpanzer kaufen als bisher bekannt - statt 200 bis 300 Leopard 2 wünsche sich Riad nun 600 bis 800. Mit einem Schätzwert von zehn Milliarden Euro wäre das einer der bisher größten Rüstungsaufträge für die Bundesrepublik, berichtet die „Bild am Sonntag“. Der Vertrag über eine erste Tranche von rund 300 Panzern sei unterschriftsreif.

Die Bundesregierung äußerte sich auf Anfrage nicht. Sprecher verwiesen auf den Geheimnisschutz für Rüstungsgeschäfte, über die im geheim tagenden Bundessicherheitsrat entschieden wird. Es hieß aber auch, es liege keine Exportanfrage vor.

Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sind wegen der Menschenrechtslage in dem autoritär regierten arabischen Land und seiner Nachbarn wie Bahrain besonders umstritten. Die Opposition wirft der schwarz-gelben Koalition vor, vom Grundsatz abzurücken, in Spannungsgebiete keine Kriegswaffen zu liefern.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte am Sonntag: „Es ist nicht nur gesetzwidrig, sondern auch eine zynische Verhöhnung der mutigen Menschen, die im Arabischen Frühling für Demokratie und Menschenrechte gekämpft haben."

Laut „BamS“ soll die spanische Firma General Dynamics/Santa Barbara die Panzer in Lizenz montieren, weil der Leopard 2 für den Einsatz in Wüstengebieten umgebaut werden müsse. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am 7. Juni im Bundestag erklärt: „Der Bundesregierung liegt keine Genehmigungsanfrage der spanischen Regierung oder eines spanischen Unternehmens für den Export in deutscher Lizenz in Spanien produzierter Kampfpanzer vor.“

Just an dem Tag war der saudische Verteidigungsminister Prinz Salman zu Gesprächen nach Madrid gereist. Die Zeitung schreibt, Saudi-Arabien, das sich nach einem harten Konkurrenzkampf zwischen dem US-Panzer M1 Abrams und dem deutschen „Leo“ entschieden habe, wolle den Vertrag vor dem 20. Juli besiegeln, weil dann der Fastenmonat Ramadan beginne. Und das Königreich wolle nach Angaben aus deutschen Ministeriumskreisen keine gebrauchten „Leos“: „Die wollen nur nagelneue Panzer, am liebsten mit Goldkante.“

Kommentare (23)

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Account gelöscht!

17.06.2012, 15:50 Uhr

Soweit bekannt finanzieren die Saudis radikale Islamisten auch in Deutschland, um ihr menschenverachtendes Denken zu exportieren -Tötet alle die nicht unserer Meinung sind- Werde mich demnächst in einer saudi-finanzierten Moschee zur Konvertierung anmelden.

Account gelöscht!

17.06.2012, 15:55 Uhr

Geschäft ist nunmal Geschäft, wir sind schließlich kein Hippi-Staat oder die Wohlfahrt.

Außerdem übernehmen die Saudis eine wichtige Gleichgewichtsrolle im Nahen Osten, somit finde ich das unbedenklich.
Wenn wir nicht liefern, tut es jemand anderes.

Nun sollte man versuchen, so viel persönlichen Profit aus der Sache zu schlagen wie möglich.

Ein Hoch auf die Emittenten von Hebelprodukten !

peace

17.06.2012, 16:45 Uhr

Der Westen und seine Moral. Deutschland hat keine ethische Grundsaetze. Beide beförden antidemokratische Kraefte, wenn nicht Terrorismus ohne dass Sie es merken! Und dann kommen die mit Menschenrechten an und kritisieren Assad der islamistische Terroristen bekaempft in Syrien. Dagegen wirken der russiche Putin und China tatsaechlich wie lupenreine Demokraten und pure Friedensstifter!

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