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13.02.2012

21:49 Uhr

Rüstungsindustrie

Golfstaaten wollen mit deutschen Panzern aufrüsten

VonMarkus Fasse, Martin Murphy

Die Golfstaaten fühlen sich von ihrem Nachbarn Iran bedroht. Daher rüsten Saudi-Arabien und andere Staaten massiv auf. Deutsche Technik steht dabei auf der Wunschliste. Doch Berlin müsste das Geschäft erst absegnen.

Ein Schützenpanzer des Typs Puma: Die Bundeswehr hat ihre Bestellung gekürzt. dpa

Ein Schützenpanzer des Typs Puma: Die Bundeswehr hat ihre Bestellung gekürzt.

München/FrankfurtDie deutschen Panzerbauer Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und Rheinmetall hoffen auf einen Großauftrag aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die Golfstaaten wollen bis zu 600 Radpanzer anschaffen und haben dazu potenzielle Lieferanten angesprochen, verlautete aus Branchenkreisen. Angebote sollen bis Ende März eingereicht werden. Das Volumen könnte bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen. Beide Unternehmen lehnten einen Kommentar ab.

Die zwei Konzerne wollen sich über ihre Gemeinschaftsfirma Artec um den Zuschlag bemühen, heißt es. Das Joint Venture baut den Radpanzer „Boxer“, der bislang für die Bundeswehr und die niederländischen Streitkräfte gefertigt wurde. Seit vergangenem September wird der Boxer von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt. Der Einsatz unter Gefechtsbedingungen („combat proven“) gilt in der Branche für mögliche Zuschläge stets als förderlich.

Der Boxer ist in verschiedenen Varianten lieferbar, darunter auch eine wüstentaugliche mit Klimaanlage. Wie gut sich der Transportpanzer unter den extremen Beendigungen bewährt, konnten die Araber bereits im eigenen Land begutachten. Rheinmetall und KMW haben die Tests des Boxer vor zwei Jahren unter anderem in den Emiraten durchgeführt. Für den lukrativen Deal interessieren sich nicht nur die Deutschen. Nach Einschätzung des Branchendienstes Jane’s werden auch Nexter aus Frankreich sowie die US-amerikanische General Dynamics Angebote einreichen. In das Rennen könnten auch Panzerhersteller aus Russland und aus der Türkei einsteigen.

Für die Rüstungsindustrie ist die Golfregion bereits seit Jahren der wichtigste Wachstumsmarkt. Zurzeit sind Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate im Kaufrausch. Nach Einschätzung von Rheinmetall werden bis zum Jahr 2015 die Rüstungsausgaben der VAE um 23 Prozent steigen. Die Emirate halten insgesamt 50 000 Mann unter Waffen, ein Drittel der Soldaten sind Söldner aus aller Welt.

Kommentare (5)

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Kea

13.02.2012, 22:37 Uhr

Toll, dann machen wir wieder gute Geschäfte im Namen der Freiheit und durch Mord! Die Ausrede ist wie bei allen Mitmördern: Wir verkaufen nur Waffen; wenn andere damit morden, können wir doch nichts dafür!

Augen zu, Ohren zu, Arbeit ist da!

Account gelöscht!

14.02.2012, 00:44 Uhr

Wer nicht sehen kann, wie eine Sau abgeschlachtet wird, sollte auch kein Schnitzel essen.

Account gelöscht!

14.02.2012, 07:12 Uhr

Wenn die deutschen Politikerinnen clever wären,
höben sie jegliche Begrenzung von Rüstungsgeschäften für deutsche Firmen auf.
Man sollte also versuchen nicht nur 200 Leos an die Saudis zu verkaufen, sondern
besser 2000.
Die zusätzlich eingenommenen Steuern kann man dann ja für den Bau von Kindergärten,
für Frauenförderung und, im besten Falle, sogar noch für die Griechenland- und
Portugalrettung einsetzen.

cheers

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