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15.09.2013

16:56 Uhr

Rüstungsindustrie

Markt für Gebrauchtpanzer brummt gewaltig

VonJohannes C. Bockenheimer

ExklusivDie Reduzierung des Panzerfuhrparks der Bundeswehr hat einen Nebeneffekt: Gut erhaltene Secondhand-Panzer aus deutscher Produktion. Die sind weltweit begehrt, und die Regierung hilft beim Verkauf.

Auch gebraucht noch viel wert: Ein Leopard 2-Panzer. dapd

Auch gebraucht noch viel wert: Ein Leopard 2-Panzer.

BerlinDeutschlands Rüstungsindustrie hat mit dem Verkauf von generalüberholten Panzern aus Altbeständen einen milliardenschweren Zweitmarkt erschlossen. Tatkräftige Unterstützung erhält sie von der Bundesregierung. Diese erteilte alleine in der zurückliegenden Legislaturperiode 726 Ausfuhrgenehmigungen für Secondhand-Panzer aus deutscher Produktion. Das waren doppelt so viele wie in der Regierungszeit davor. Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten Jan van Aken (Linkspartei) hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Weil die Bundeswehr und die Streitkräfte anderer befreundeter Staaten wie etwa der Niederlande ihren Panzerfuhrpark drastisch verringern wollen, können die Rüstungskonzerne aus dem Vollen schöpfen. Nach einer Grundsanierung durch Konzerne wie Krauss-Maffei Wegmann (KMW) oder Rheinmetall werden die Panzer dann weiterverkauft.

Größter Einzelabnehmer war in den vergangenen vier Jahren Chile mit 172 Panzern vom Typ Leopard 2. Insgesamt sind seit 1997 2.357 Panzer vom Typ Leopard 1 und 2 weltweit abgesetzt worden. 123 Leopard-2-Panzer stehen gegenwärtig zum Verkauf bereit. 93 weitere wurden aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden nach Deutschland reimportiert. An wen diese verkauft wurden oder noch werden, teilte die Bundesregierung nicht mit.

Soldaten der Bundeswehr sowie Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums werden auch direkt in die Käuferwerbung eingebunden. Vom Verteidigungsministerium wurden Panzerbesatzungen und Offiziere auf Rüstungsmessen in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien entsandt, um Kaufinteressenten die Panzer vorzuführen. Die Reisekosten wurden laut Bundesregierung jeweils von dem durchführenden Unternehmen getragen.

In der Linksfraktion stößt das Geschäft mit den Altpanzern angesichts der Menschenrechtslage in einigen der Abnehmerländer auf Kritik. „Das ist typisch Merkel. Nach vorne von Verantwortung reden und hintenrum einen florierenden Gebrauchtpanzermarkt betreiben“, sagte der Linkspartei-Abgeordnete Jan van Aken dem Handelsblatt.

Kommentare (9)

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15.09.2013, 17:23 Uhr

Klar, die Linken würden die Panzer lieber wegschmeissen. So wie sie uns mit der DDR einen Sauladen hinterlassen haben, verstehen die so gar nicht zu wirtschaften.

Account gelöscht!

15.09.2013, 17:46 Uhr

Wo kann man so ein Ding leasen? Ich hätte nicht üble Lust vor mancher........damit auf zu fahren.

Joachim

15.09.2013, 18:11 Uhr

Ausgerechnet die Kommunisten üben Kritik, die vor wenigen Jahren doch schon die Orden für den 3. Weltkrieg produziert hatten.
Was soll`s, sie leben ja nicht schlecht in der heutigen Demokratie.

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