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22.09.2014

08:06 Uhr

Rüstungskonzern

Rheinmetall will an Autosparte festhalten

Zu einem Tauschgeschäft mit ThyssenKrupp wird es offenbar nicht kommen: Rheinmetall wird sein Geschäft mit der Automobilindustrie nicht abgeben. Konzern-Chef Papperger könnte sich eher andere Alternativen vorstellen.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall setzt auch weiterhin auf sein Geschäft mit der Automobilindustrie. Reuters

Der Rüstungskonzern Rheinmetall setzt auch weiterhin auf sein Geschäft mit der Automobilindustrie.

BerlinDer Rüstungskonzern Rheinmetall will sein Autogeschäft nicht verkaufen. „Unsere Autosparte werden wir definitiv nicht abgeben“, sagte Konzernchef Armin Papperger der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe) laut Vorabbericht. Zuletzt war spekuliert worden, im Zuge einer Neuordnung der deutschen Rüstungsindustrie könne es zu einer Art Tauschgeschäft kommen. Rheinmetall könnte den Militärbereich mit der Übernahme der Marinesparte von ThyssenKrupp ausbauen und die eigenen Autozulieferer-Betriebe an ThyssenKrupp abgeben. Dem tritt Papperger entgegen. „Wir sind der größte Hersteller von Motorblöcken und Zylinderköpfen in China, mit einem Wachstum von 20 bis 30 Prozent im Jahr. Warum sollten wir solche Zukunftsfelder aufgeben.“

Rheinmetall produziert vor allem Kolben, Motorblöcke und Gleitlager, aber auch andere Autoteile. Bei der in Düsseldorf ansässigen Aktiengesellschaft mit einem Jahresumsatz von zuletzt 4,6 Milliarden Euro ist das Autogeschäft nicht nur größer als die Militärsparte, sondern im Gegensatz zum Rüstungsbereich auch ein Wachstumsmarkt. Die Herstellung von Panzer-Teilen und anderen Waffenkomponenten würde Papperger, wie er andeutet, gerne durch Fusionen forcieren – etwa mit der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann.

Die größten deutschen Rüstungskonzerne

Bedeutender Wirtschaftszweig

Die Rüstungsindustrie ist ein großer Wirtschaftszweig in Deutschland. Einer Erhebung des Branchenverbandes BDSV zufolge waren 2011 rund 100.000 Menschen in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie beschäftigt. Einige große deutsche Rüstungskonzerne im Profil.

Diehl Defence

Die Rüstungssparte des Nürnberger Diehl-Konzerns, stellt unter anderem Munition, Raketen und Ketten für Panzer her.
Umsatz 2013: 533 Millionen Euro.

Heckler & Koch

Der Handwaffenspezialist aus dem badischen Oberndorf fertigt unter anderem Pistolen, Sturm- und Präzisionsgewehre.
Umsatz 2013: 200 Millionen Euro.

Kraus-Maffei Wegmann (KMW)

KMW in München baut etwa den Kampfpanzer „Leopard“, den Schützenpanzer „Puma“ oder die Panzerhaubitze „2000“.
Umsatz 2013: 900 Millionen Euro.

MTU Aero Engines

MTU Aero Engines ist ein Triebwerksbauer aus München, der auch für militärische Flugzeuge fertigt, etwa den Motor für den Eurofighter.
Umsatz 2013 (Wehrgeschäft): 501 Millionen Euro.

Rheinmetall Defence

Rheinmetall Defence ist die Wehrsparte von Rheinmetall aus Düsseldorf und fertigt Panzer, aber auch Munition oder etwa Flugabwehrsysteme.
Umsatz 2013: 2,2 Milliarden Euro.

Thyssen-Krupp Marine Systems

Thyssen-Krupp Marine Systems in Kiel baut U-Boote und Kriegsschiffe. Die Firma entstand aus Blohm+Voss und der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH.
Umsatz 2012/13: 1,2 Milliarden Euro.

Von

rtr

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