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12.09.2014

10:11 Uhr

Rüstungskonzern rüstet auf

Rheinmetall will Marinesparte von Thyssen-Krupp kaufen

ExklusivDer Rüstungskonzern Rheinmetall nimmt die Thyssen-Krupp-Marinesparte ins Visier. Erste Gespräche haben bereits stattfinden. Rheinmetall will zum Rüstungsriesen aufsteigen – und interessiert sich für weitere Zukäufe.

Die Konzernverwaltung der Rheinmetall AG in Düsseldorf. Der Rüstungskonzern geht wohl auf Einkaufstour. dpa

Die Konzernverwaltung der Rheinmetall AG in Düsseldorf. Der Rüstungskonzern geht wohl auf Einkaufstour.

FrankfurtDer Rheinmetall-Konzern will in der anstehenden Konsolidierung der deutschen Rüstungsindustrie eine Führungsrolle übernehmen. Nach Informationen des Handelsblatts (Freitagausgabe) aus Unternehmenskreisen hat Konzernchef Armin Papperger bereits erste Sondierungsgespräche mit Thyssen-Krupp über eine Übernahme von dessen Marinesparte geführt.

Diese hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro erzielt und ist vor allem im U-Boot-Bau weltweit führend. Vor einigen Monaten habe es ein erstes Abtasten gegeben, bei dem Rheinmetall seine Bereitschaft für eine Übernahme erklärt habe, hieß es in Konzernkreisen. Beide Unternehmen lehnten einen Kommentar ab.


Daneben interessiert sich Rheinmetall für zwei Unternehmen, die noch zum Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus gehören. Konzernchef Tom Enders überprüft derzeit sein Portfolio im Rüstungsgeschäft und könnte alle Aktivitäten in Deutschland jenseits des Geschäfts mit Lenkwaffen und Kampfflugzeugen abstoßen, wie das Handelsblatt aus dem Umfeld des Konzerns erfuhr.

Zum Verkauf könnte der Präzisionsspezialist Optronics gestellt werden. Auch der Anteil an Atlas Elektronik, das Airbus gemeinsam mit Thyssen führt, dürfte bald zum Verkauf stehen. Atlas, Spezialist für Torpedos und Sonartechnik, würde gut zu den U-Booten von Thyssen-Krupp passen – über die Rheinmetall bereits mit den Essenern spricht. Die Firmen äußerten sich auch dazu nicht.

Aus der Politik erhält Rheinmetall Unterstützung für seine Expansionspläne: „Sollte sich Rheinmetall breiter aufstellen wollen, würde ich das nur begrüßen“, sagt der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold.

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

12.09.2014, 13:42 Uhr

Fressen oder gefressen werden, dies gilt auch für die Rüstungsindustrie. Die zusätzliche Zustimmung aus der SPD ist deshalb gern gesehen. Es fehlt nur noch die Zustimmung der Grünen.
Die großen Moralisten in diesen Parteien können dann am Sonntag ihre Entrüstung bekannt geben.
Was ist dies ein verlogenes Pack!

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