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11.06.2018

09:08 Uhr

Rüstungsmesse Eurosatory

Waffen treffen auf künstliche Intelligenz – der Trend geht zur elektronischen Kriegsführung

VonThomas Hanke

Für Hersteller von Waffensystemen könnte das Geschäft derzeit nicht besser laufen. Auf der Eurosatory zeigt die Rüstungsindustrie, was sie zu bieten hat.

Ab dem heutigen Montag ist die Rüstungsmesse nicht mehr nur für Fachleute, sondern auch für Besucher zugänglich.

Eurosatory

Ab dem heutigen Montag ist die Rüstungsmesse nicht mehr nur für Fachleute, sondern auch für Besucher zugänglich.

ParisDie zunehmende Zahl der Waffenverkäufe beschert auch den Herstellern ein boomendes Geschäft. Noch nie präsentierten so viele Unternehmen ihre Ware auf der weltgrößten Messe für landgestützte Waffensysteme – der Eurosatory im Norden von Paris. Unter den 1740 Ständen findet sich alles – von Raketenabwehrsystemen bis zu künstlichen Waffensystemen. Ab dem heutigen Montag ist die Messe eine Woche lang für Besucher geöffnet.

Dabei fällt auf, dass der Trend zwar zur elektronischen Kriegsführung geht. Die klassischen Waffensysteme wie schwere Panzer, Artillerie, Lenkwaffen, Raketenabwehrsysteme dominieren aber immer noch die Rüstungsindustrie.

Für Frankreich hat diese Branche eine zentrale Bedeutung, was nicht nur aus den Exportzahlen hervorgeht. Die verschiedenen Waffenschmieden des Landes sind inzwischen die drittgrößte Industrie Frankreichs. Und gerade bei den Systemen, die in Zukunft rapide an Bedeutung gewinnen werden – nämlich Robotern, Drohnen, Instrumenten für den Cyberkrieg, für den Schutz eigener Datennetze sowie alles, was sich um künstliche Intelligenz dreht – will Frankreich ganz vorne mitspielen.

Große Hersteller wie Safran und Thales, die sowohl zivile als auch militärische Produkte anbieten, sind bei der elektronischen Kriegsführung und bei der Entwicklung von Robotern in führender Position.

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Die wichtigsten Waffenexporteure sind mit rund 30 Milliarden Euro aber immer noch die USA, an zweiter Stelle folgt Russland mit etwas über sieben Milliarden Euro, danach Frankreich mit gut fünf Milliarden und die Bundesrepublik mit über vier Milliarden Euro. Etwas anders sieht das die Volksrepublik China, die sich eigener Darstellung nach bereits auf Rang drei vorgeschoben hat.

China ist auch auf der Messe vertreten, allerdings nicht mit echten Waffensystemen. Die durfte man nicht nach Frankreich liefern, wurde dem Handelsblatt gesagt, da es in beide Richtungen Lieferbeschränkungen gebe. Und darunter fallen offenbar auch Ausstellungsstücke für eine Waffenmesse.

Wer wird künftig die Entscheidung über Leben und Tod treffen?

So müssen sich die Chinesen mit kleinen Modellen zufriedengeben, die aber ebenfalls zeigen, dass das Land bereits über die gesamte Palette verfügt – von leichten Panzern über schwere Kampfpanzer bis hin zu Luftabwehr- und Raketenabwehrsystemen.

Stolz sagt man, dass mittlerweile alle Komponenten aus nationaler Fertigung stammten, da sowohl die USA als auch andere westliche Länder keine kritischen Einzelteile mehr nach China liefern wollten.

Auch die chinesische Regierung ist schon mittendrin im Wettlauf um den ersten Rang in Sachen künstliche Waffensysteme. Erst vor Kurzem stellte das Land einen KI-fähigen Drohnen-Panzer vor.

Elektronische Systeme erlauben eine wesentlich breitere und schnellere Erfassung des Geschehens auf dem Schlachtfeld und der Bedrohungslage. Sie ermöglichen es gleichzeitig, schneller Entscheidungen zu treffen, als ein Mensch es könnte.

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Genau hier aber liegt der wunde Punkt, über den Militärs und Waffenhersteller nicht sehr gerne diskutieren: Wenn künstliche Intelligenz sich immer stärker mit Waffen verbindet, wer wird dann in Zukunft die Entscheidung über Leben und Tod treffen. Wer wird ausmachen, welcher Feind wann aufs Korn genommen wird?

Seit 2013 versuchen die Vereinten Nationen, ein Wettrüsten mit autonom operierenden Waffensystemen zu verhindern. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie der Zusammenschluss „Campaign to Stop Killer Robots“ fordern gar einen weltweiten Bann für die Mordwerkzeuge aus den digitalen Waffenschmieden. Genützt hat das bislang wenig.

Mit der einfachen Formel, die man ständig zu hören bekommt: „Natürlich muss der Mensch in der Entscheidungsschlaufe auch in Zukunft die zentrale Position innehaben“, lässt sich das Problem alleine nicht lösen. Denn bereits heute sind die elektronischen Begleiter des Soldaten so weit entwickelt, dass sie ihm in fast jeder Gefechtssituation Entscheidungsalternativen anbieten, die auf eine umfassende Analyse gestützt sind.

Der jeweilige Befehlshaber, egal ob er einen Zug von ein paar Soldaten oder ein ganzes Korps kommandiert, kann sich dann zwar immer noch anders entscheiden. Doch er wird in Zukunft immer mehr beweisen müssen, warum er glaubte, intelligenter zu sein als die Maschine.

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