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12.01.2009

15:30 Uhr

Rüstungsprojekt

EADS leistet Offenbarungseid für A400M

VonMarkus Fasse

Das wichtigste Rüstungsprojekt Europas steht vor einem Neustart. Die A400M, der geplante europäische Militärtransporter, wird noch einmal zwei Jahre später als bislang versprochen ausgeliefert werden. Zudem will der Airbus-Mutterkonzern EADS die Verträge mit den Hauptabnehmern Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien ändern.

Fotogen, aber nicht flugfähig. Im Herbst 2008 präsentierte Airbus den neuen Militärtransporter A 400M in Sevilla. Bis er abhebt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Foto: dpa dpa

Fotogen, aber nicht flugfähig. Im Herbst 2008 präsentierte Airbus den neuen Militärtransporter A 400M in Sevilla. Bis er abhebt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Foto: dpa

MÜNCHEN. Die deutsche Luftwaffe ist mit 60 bestellten Maschinen im Gesamtwert von 8,3 Mrd. Euro der wichtigste Kunde des Projekts.

EADS gab am Freitagabend bekannt, dass die erste Maschine frühestens drei Jahre nach dem Erstflug ausgeliefert werden könne. Doch der Jungfernflug kann aufgrund technischer Probleme nicht vor dem zweiten Halbjahr 2009 beginnen. Vor allem die mächtigen Turboproptriebwerke der A400M machen den Technikern zu schaffen. Derzeit werden die Aggregate an einem sogenannten „flying testbed“ geprüft. Dazu fliegt eine C-130 Hercules des Konkurrenten Lockheed Martin mit dem neuen Antrieb. Solange diese Testreihe läuft, wird die bereits einmal unterbrochene Serienproduktion der Komponenten in sämtlichen europäischen Werken ruhen.

Über die Höhe der Mehrbelastungen, die aus möglichen Schadenersatzforderungen und Strafzahlungen entstehen können, wollte sich ein EADS-Sprecher am Wochenende nicht äußern. Bislang hat EADS über die vergangenen Quartale Mehrbelastungen von 1,7 Mrd. für das Projekt ausgewiesen. Anders als bei anderen militärischen Beschaffungen haben die Regierungen einen Fixpreis mit EADS ausgehandelt. Vor allem die deutsche Regierung pochte in den vergangenen Monaten mehrfach auf Vertragstreue.

Seit Jahren kämpft EADS mit dem Mammutprojekt A 400M, das die Vorherrschaft von Amerikanern und Russen im Bau militärischer Transportflugzeuge brechen soll. 2003 unterzeichneten mehrere europäische Regierungen den Vertrag zum Bau der A400M. Die Maschine sollte deutlich leistungsfähiger als sämtliche Konkurrenten sein. Die Militärs wünschten sich vor allem einen neuen Lastesel für Auslandseinsätze. Extreme Tiefflugeigenschaften und die Fähigkeit auf unbefestigten Graspisten landen zu können hatte oberste Priorität in der Entwicklung. Das traf einen Nerv: Mit Exportaufträgen auch aus der Türkei und Südafrika stehen jetzt 196 fest bestellte Maschinen in den Büchern, das Auftragsvolumen liegt bei 20 Mrd. Euro. 2009 sollte die erste Maschine an Frankreich gehen.

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