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02.11.2011

12:13 Uhr

Rüstungssparpläne

EADS versucht es mit Tauschgeschäften

Wegen der Kürzung in europäischen Militärbudgets bleibt EADS wohl auf 124 Kampfflugzeugen sitzen. Das Unternehmen schlägt den Regierungen dabei ein Tauschgeschäft vor, um nicht komplett leer auszugehen.

EADS will den Wegfall von Eurofighter-Bestellungen hinnehmen, wenn die Regierungen stattdessen Drohnen bestellen. Reuters

EADS will den Wegfall von Eurofighter-Bestellungen hinnehmen, wenn die Regierungen stattdessen Drohnen bestellen.

Berlin, ManchingWegen der geplanten Kürzungen in europäischen Militärbudgets bietet der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS einigen Regierungen einem Zeitungsbericht zufolge einen Verzicht auf Schadenersatz an. Das Tauschgeschäft sehe vor, dass für den Wegfall von Bestellungen für 124 „Eurofighter“-Kampfflugzeuge kein Schadenersatz gezahlt werden müsse, wenn einige Regierungen im Gegenzug die Drohne „Talarion“ bestellten, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Mittwoch unter Berufung auf Branchenkreise.

Der Vorstand der EADS-Rüstungssparte Cassidian, Stefan Zoller, gehe mit dieser Strategie in Gespräche mit Verteidigungsminister Thomas de Maiziere, hieß es weiter. Als Teil der Neuausrichtung der Bundeswehr plant de Maiziere massive Einschnitte bei milliardenschweren Rüstungsvorhaben. So soll die Bundeswehr deutlich weniger „Eurofighter“ erhalten als ursprünglich geplant.

Gegen die Sparpläne von de Maizière haben am Mittwoch Beschäftigte der EADS-Rüstungssparte Cassidian lautstark protestiert. Während der halbstündigen Veranstaltung am größten deutschen Standort des Rüstungsunternehmens im bayerischen Manching warnte der EADS-Beauftragte der Gewerkschaft IG-Metall, Bernhard Stiedl, vor einem Verlust von insgesamt 25.000 Arbeitsplätzen in ganz Deutschland, sollte die Streichliste des Ministers umgesetzt werden.

„Die Krise der öffentlichen Haushalte darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten bei Cassidian abgeladen werden“, forderte Stiedl. An der Protestaktion während der Arbeitszeit nahmen laut Stiedl mehr als 1000 Beschäftigte teil. In Manching arbeiten seit September 220 von insgesamt rund 4000 Beschäftigten kurz.

Das Verteidigungsministerium werde im November mit Unternehmensverantwortlichen über die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen sprechen, hieß es.

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