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20.09.2014

16:44 Uhr

Russischer Stahlkonzern

Mechel steht offenbar vor der Pleite

Der Stahlkonzern Mechel steht offenbar kurz vor der Pleite. Damit rechnet die russische Regierung, die den überschuldeten Konzern pleitegehen lassen will. Eine Insolvenz sei kaum abzuwenden, Alternativen gebe es nicht.

Hochofen in einem Stahlkonzern: Der russische Stahlkonzern Mechel steht offenbar vor der Pleite. dpa

Hochofen in einem Stahlkonzern: Der russische Stahlkonzern Mechel steht offenbar vor der Pleite.

SotschiDie russische Regierung hat offenbar Pläne für eine Rettung des Stahlkonzerns Mechel aufgegeben und will den überschuldeten Konzern pleitegehen lassen. Eine Insolvenz sei wohl kaum noch abzuwenden, sagte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Samstag am Rande einer Konferenz in Sotschi. „Es ist sehr schwierig, eine andere vernünftige Lösung vorzuschlagen. Wir sollten uns wahrscheinlich den Tatsachen stellen – wenn eine Firma bankrott ist, sollte dies auch offiziell festgestellt werden.“

Mechel ächzt unter einem Schuldenberg von umgerechnet fast sieben Milliarden Euro. Die Regierung in Moskau hatte sich monatelang bemüht, dem Konzern mit 70.000 Mitarbeitern zur Hilfe zu kommen. So hatte sie erwogen, dem Konzern eine Eisenbahnstrecke abzukaufen. Uljukajew erklärte nun jedoch, für dieses Vorhaben fehle das Geld.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Mechel selbst zieht in Betracht, die wichtigsten Bestandteile des Konzerns in den kommenden Jahren für rund zwei Milliarden Euro zu verkaufen. Zudem wünscht sich das Unternehmen von seinen wichtigsten Gläubigerbanken VTB, Sberbank und Gazprombank eine Umstrukturierung der Schulden. VTB-Chef Andrei Kostin hatte jedoch am Freitag gesagt, dass dies dem Unternehmen langfristig nicht wieder auf die Beine helfen würde. Deshalb müsse das Geldhaus rechtliche Schritte einleiten, um sein Geld zurückzubekommen.

Von

rtr

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