Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2017

12:49 Uhr

Russland

China überflügelt deutsche Maschinenbauer

Chinesische Maschinenbauer profitieren von der Lücke, die die Russland-Sanktionen des Westens in dem Land hinterlassen haben. Das bekommt jetzt die exportorientierte deutsche Konkurrenz deutlich zu spüren.

Chinas Maschinenbauer haben nach Einführung der Russland-Sanktionen des Westens erstmals mehr in das Land exportiert als deutsche Hersteller. dpa

Maschinenbau

Chinas Maschinenbauer haben nach Einführung der Russland-Sanktionen des Westens erstmals mehr in das Land exportiert als deutsche Hersteller.

Frankfurt/MainChinas Maschinenbauer sind auf dem russischen Markt erstmals an den deutschen Herstellern vorbeigezogen. Unbelastet von EU-Sanktionen führte China im vergangenen Jahr laut eigener Statistik Maschinen und Anlagen für umgerechnet 4,9 Milliarden Euro nach Russland aus, wie der deutsche Branchenverband VDMA am Dienstag in Frankfurt mitteilte. „Damit überflügelten sie erstmals das Volumen der deutschen Maschinenexporte“, erläuterte VDMA-Russlandexpertin Monika Hollacher. Deutsche Hersteller kamen auf 4,4 Milliarden Euro.

Chinesische Lieferanten seien derzeit klar im Vorteil, „sie müssen auf keinerlei Sanktionen Rücksicht nehmen und bringen ihre Finanzierung gleich mit“, sagte Hollacher.

Stagnierende Bestellungen: Maschinenbauer kommen nur schwer in Schwung

Stagnierende Bestellungen

Maschinenbauer kommen nur schwer in Schwung

Die Nachfrage an Maschinen sei vergangenen Monat im Inland um sechs Prozent zurückgegangen, teilt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mit. Dafür ist sie im Ausland um drei Prozent gestiegen.

Russland ist den Angaben zufolge von Platz 4 auf mittlerweile Rang 11 im Export-Ranking für Maschinen „Made in Germany“ abgerutscht. Seit 2012 habe sich der Export in das Land mehr als halbiert. Zwar bekam auch die chinesische Konkurrenz 2015 die Wirtschaftskrise in Russland zu spüren. Doch inzwischen habe sich das Bild gewandelt.

Deutschlands Schlüsselindustrie kämpft den Angaben zufolge hingegen immer noch mit vielen Hürden in Russland. Fast jedes dritte vom VDMA befragte Unternehmen nennt die Sanktionen und die daraus resultierenden Folgen, wie lange Genehmigungsverfahren oder Probleme bei den Ersatzteillieferungen. Die EU hatte die Wirtschaftssanktionen nach Beginn der Ukraine-Krise 2014 verhängt und zuletzt bis Ende Juli dieses Jahres verlängert.

Immerhin erwartet fast die Hälfte der knapp 230 befragten Maschinenbauer, die in Russland präsent sind, in diesem Jahr erstmals seit längerem wieder steigende Umsätze. Die aktuelle Geschäftslage auf dem russischen Markt bezeichnen ebenso viele Firmen allerdings als schlecht. Die Umfrage wurde vor dem US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt durchgeführt, der die Beziehungen zu Russland belastet.

Neben den Sanktionen bremsen auch der vergleichsweise niedrige Ölpreis und der schwache Rubel die Wirtschaftsentwicklung in dem Land. „Die russische Wirtschaft steckt noch immer in der längsten Krise ihrer neueren Geschichte“, sagte Ulrich Ackermann, Abteilungsleiter der VDMA-Außenwirtschaft.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×