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05.09.2016

20:30 Uhr

Russland im Militär-Look

Kalaschnikow auf dem Laufsteg

In Russland entwickelt sich Mode mit militärischem Design und patriotischer Symbolik zu einem Trend. Staatliche Konzerne wie Waffenbauer Kalaschnikow oder der Armee-Ausrüster Armija Rossii wittern ihre Chance.

In dem Laden bietet der Konzern neben Kleidung und Accessoires auch originalgetreue Waffenattrappen an, wie vom Klassiker AK-47. dpa

Kalaschnikow-Laden am Flughafen Scheremetjewo

In dem Laden bietet der Konzern neben Kleidung und Accessoires auch originalgetreue Waffenattrappen an, wie vom Klassiker AK-47.

MoskauDie Ak-74 liegt schwer in der Hand. Vier Kilogramm wiegt das Sturmgewehr, ein Nachfolgemodell des legendären Typs AK-47 der russischen Waffenschmiede Kalaschnikow. Sicherung raus, durchladen, abdrücken - peng. Wobei das Peng eher ein überraschendes mechanisches Klick ist, denn dies ist nur eine Attrappe. Zu haben ist die Nachbildung des Klassikers für umgerechnet etwa 500 Euro im neuen Souvenirshop von Kalaschnikow am Moskauer Flughafen Scheremetjewo.

Kalaschnikow ist Russlands größter Produzent von weltweit verwendeten Präzisionsschusswaffen. Doch scharfe Gewehre gibt es im ersten Andenkenladen des Konzerns nicht zu kaufen. Dafür werden T-Shirts mit Firmenlogo und warme Outdoorkleidung mit Tarnmuster angeboten.

„Bis 2020 sollen Produkte für zivile Zwecke 50 Prozent unseres Umsatzes ausmachen“, sagt Marketingdirektor Wladimir Dmitrijew. Dafür wollten die Nachfolger des berühmten Waffenkonstrukteurs Michail Kalaschnikow massentaugliche Produkte auf den Markt bringen wie Kleidung und Souvenirs.

Damit stößt der Konzern in eine Nische, die seit einigen Jahren zu einem Trend in Russland zu werden scheint: modische Kleidung mit militärischem Design und patriotischer Symbolik. 2014 hatte bereits das Verteidigungsministerium versucht, diese Lücke zu besetzen, als es die Modemarke Armija Rossii (Armee Russlands) gründete.

Der rote Sowjetstern, Zeichen der russischen Streitkräfte, ist das Logo der Marke und leuchtet in einer edlen Boutique im Zentrum von Moskau metergroß an der Wand. Bunte Fotos von martialischem Kriegsgerät schmücken den Aufgang in das Obergeschoss. In den Schaufenstern wirbeln Kampfjets und Panzer über Großbildschirme.

Sportlich geschnittene T-Shirts mit dem Foto von Kremlchef Wladimir Putin sind ebenso im Angebot wie modische Abwandlungen von Uniformen. Die Preise sind stattlich. Umgerechnet fast 700 Euro kostet eine Lederjacke mit dem Bild eines Kampfflugzeugs auf dem Rücken. T-Shirts sind aber schon für zehn Euro zu haben. Auch Uhren, Taschenmesser und Hygieneartikel mit der Aufschrift „Armee-Standard“ sind im Sortiment.

Viele Kunden seien zwischen 25 und 40 Jahre alt, heißt es aus dem Unternehmen Wojentorg, das die Marke Armija Rossii für das Ministerium vertreibt. Wojentorg unterhält landesweit Supermärkte, Friseursalons und weitere Angebote für Armeeangehörige und Veteranen zu kleinen Preisen. Ein Interview lehnte Wojentorg auf Anfrage ab.

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