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14.04.2011

13:07 Uhr

RWE-Aktionäre rebellieren

Großmann wird zum Buhmann

RWE-Chef Jürgen Großmann hat sich offensiv wie kaum ein anderer in der Branche gegen die Atomwende der Bundesregierung gestellt. Nun machen seine eigenen Aktionäre gegen ihn Front und verlangen eine neue Strategie.

Jürgen Großmann, Chef des Energieversorgers RWE. Quelle: Reuters

Jürgen Großmann, Chef des Energieversorgers RWE.

Jürgen Großmann kann es nicht lassen. Unbeirrt von der herrschenden Anti-Atomkraft-Stimmung wirbt der RWE-Chef für längere Restlaufzeiten der deutschen Kernkraftwerke. „Es wäre doch eine abstruse Vorstellung, wenn wir hier Kernkraftwerke abschalten, die EU-Standards erfüllen“, sagte der Unternehmer der Deutschen Presse-Agentur. Großmann betonte, Kernkraft mache heute weniger als zehn Prozent des Portfolios von RWE aus. Er sei kein „Kreuzritter der Kernenergie.“ Aber: „Wir brauchen auch das Geld aus der Kernenergie für den Umbau der Energiewirtschaft“.

Mit diesen klaren Bekenntnissen schafft er sich Feinde. Auf der Hauptversammlung des Versorgers am Mittwoch kommender Woche in Essen dürfte es deswegen zum Schlagabtausch kommen. Auf dem Aktionärstreffen fordern Anleger in Gegenanträgen RWE auf, die Klage gegen die vorübergehende Stilllegung des Meilers Biblis zurückzunehmen. „Zum jetzigen Zeitpunkt Klage zu erheben, ist kurzfristig ökonomisch vermutlich sinnvoll. Auf langfristige Sicht schadet ein derartiges Handeln gegen die öffentliche Meinung aber massiv dem Image des Konzerns“, kritisiert Aktionär Simon Breuker in seinem Gegenantrag. RWE verpasse nicht nur die Energiewende und gefährde die Sicherheit und das Klima, sondern setze mit seiner Strategie auch den langfristigen Wert des Unternehmens aufs Spiel, heißt es in einem Gegenantrag des Dachverbands der Kritischen Aktionäre.

Seit Studienzeiten wird Großmann von seinen Freunden „Dino“ gerufen, die Kurzform von Dinosaurier. Doch nie passte der Kosename für den gleichermaßen durchsetzungsstarken wie sturen Manager besser als heute. Der Vorstandschef von RWE blieb auch nach der Atomkatastrophe in Japan auf Pro-Atomkurs.

Vehement verteidigt der 59-jährige Manager die friedliche Nutzung der Kernenergie – und stößt damit im Kreise seiner Aktionäre jetzt auf Widerstand. Denn RWE gehört zwar zu rund 70 Prozent freien Aktionären. Die kommunalen Aktionäre mit ihren Regionalverbänden aber halten rund 25 Prozent der Anteile – und besitzen damit eine Sperrminorität. Unverhohlen haben vor allem die SPD-dominierten Städte in NRW Großmann den Kampf angesagt.

Kommentare (14)

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wbkitzinger

14.04.2011, 12:36 Uhr

Herr Grossmann ist der letzte Vernuenftige, der noch einen klaren Kopf behaelt und nicht in das typisch deutsche hysterische Angstgeschrei einfaellt.
Man muss ihn unterstuetzen.

harald

14.04.2011, 12:48 Uhr

Dickköpfige Besitzstandswahrer wie Großmann gilt es in dieser Gesellschaft zu fällen. Außer ihm und ein paar seiner Vorstandskumpels aus den Großkonzernen profitiert doch niemand von der jetzigen RWE-Strategie. Und die ganze Gesellschaft trägt die Kosten .

Account gelöscht!

14.04.2011, 13:40 Uhr

Mir fällt bei der ganzen Diskussion nur "über's Knie brechen" ein. Sicher ist Grossmann das Extremum, aber jetzt innerhalb von wenigen Wochen auf Teufel komm raus mit Alles-muß-Aus, am Besten noch Morgen, erscheint mir doch wenig durchdacht. Jeder polarisiert, wo er eben kann. Und die Zeche, das ist klar, zahlt IMMER die Gesellschaft, werter harald.

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