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19.04.2012

10:00 Uhr

RWE-Chef

Die magere Bilanz des „Atom-Dino“

VonJürgen Flauger, Susanne Schier

RWE-Chef Jürgen Großmann tritt heute das letzte Mal vor die Hauptversammlung des Energiekonzerns. Er wollte RWE „nachhaltiger, internationaler und robuster“ machen. Doch die Bilanz seiner Amtszeit ist mager.

Am Donnerstag tritt Jürgen Großmann zum letzten Mal vor die Hauptversammlung der RWE AG. dapd

Am Donnerstag tritt Jürgen Großmann zum letzten Mal vor die Hauptversammlung der RWE AG.

Düsseldorf/FrankfurtWenn Jürgen Großmann am Donnerstag zum letzten Mal vor die Hauptversammlung der RWE AG tritt, wird er sicherlich in seiner ihm eigenen selbstbewussten Art eine positive Bilanz seiner Amtszeit ziehen. Dabei weiß niemand besser als er selbst, was die Aktionäre in diesen fast fünf Jahren haben mitmachen müssen - denn Jürgen Großmann ist einer von ihnen. Immer wieder kaufte er große Aktienpakete, insgesamt fast 250.000 Stück. Und zwar als Privatmann, nicht weil ihm die Aktien als Option für seine Arbeit als Manager zustanden.

Großmann wird den Schwund seines Aktiendepots sicherlich verschmerzen können. Gegenüber den anderen Aktionären in der Essener Grugahalle muss er aber ein schlechtes Gewissen haben. Seit seinem Amtsantritt am ersten Oktober 2007 hat die RWE-Aktie mehr als 55 Prozent an Wert verloren.

Großmann kaufte seine ersten Aktien zu einem Kurs von 87,09 Aktien. Zurzeit notiert sie nur noch bei gut 34 Euro. Über die Jahre hinweg investierte Großmann 16,8 Millionen Euro. Derzeit ist sein Depot nur noch 8,5 Millionen Euro wert. Und sogar seine Frau Dagmar hat 473.000 Euro eingesetzt - und gut 200.000 Euro verloren.

Die Jahre waren auch äußerst turbulent. Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers stürzte die Bankenwelt ins Chaos und die Weltkonjunktur in die Krise. Die Finanzkrise war kaum ausgestanden, da folgte unmittelbar die Euro-Krise. Trotzdem entwickelte sich die RWE-Aktie in den vergangenen fünf Jahren besonders schlecht. Der Börsenleitindex Dax dagegen hat sich unter starken Schwankungen bis heute erholt und notiert auf dem Stand vom Herbst 2007.

RWE musste aber noch ein weiteres Ereignis verkraften: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima, die vor gut einem Jahr die Welt schockte. Deutschland reagierte unmittelbar und vollzog in einem atemberaubenden Tempo eine Kehrtwende in der Energiepolitik. Der eben erst beschlossene Ausstieg aus dem Atomausstieg wurde wieder gekippt - mit dramatischen Folgen für die Atomkonzerne. Die Aktie von Konkurrent Eon musste über Großmanns Amtszeit betrachtet etwa gleich große Verluste verkraften. Für die RWE-Aktionäre ist das freilich nur ein sehr schwacher Trost.

Kommentare (1)

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SteuerKlasseEins

25.04.2012, 18:43 Uhr

Das EEG ist ein Verbrechen gegen die Marktwirtschaft und gegen die Freiheit der Bürger. Dank EEG ist es seit über 10 Jahren für deutsche Unternehmen und Privatleute möglich, Profite zu machen ohne auch nur einem einzigen Kunden ein Produkt freiwillig verkauft zu haben. Der Kaufzwang für Öko-Strom macht es möglich!

Der Atomausstieg ist ein Produkt jahrzentelanger fanatischer Propaganda gegen eine "Gefahr" von Radioaktivität, die in Wahrheit nicht größer ist als die "Gefahr" durch Luftverschmutzung, Feinstaub, Schwermetallen etc. Es gab in Fukushima weder Tote noch Kranke durch Strahlung. Es war eine Massenhysterie die sich primär in Deutschland und sekundär in Japan breit gemacht hat, Kostenpunkt der verfrühten Abschaltung: 100 Milliarden Euro verlorener Wohlstand für Deutschland.

Unternehmer die den Mut haben sich gegen die "politisch korrekte" Öko-Politik auszusprechen, und sich damit für die Verbraucher einsetzen, verdienen Anerkennung. Großmann hat das "teilweise" getan. Politisch korrekte Streber gibt es genug, unabhängige freie Unternehmer sind selten.

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