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25.09.2012

16:34 Uhr

RWE-Chef Peter Terium

EEG-Umlage wird drastisch ansteigen

Im kommenden Jahr müssen Verbraucher für Strom vermutlich tiefer in die Tasche greifen. Denn die Abgabe zur Förderung von Ökostrom wird steigen. Dabei könnten die EEG-Aufschläge noch höher ausfallen, als bisher vermutet.

RWE-Vorstandschef Peter Terium warnt vor „maßlos steigenden Energiekosten“. dapd

RWE-Vorstandschef Peter Terium warnt vor „maßlos steigenden Energiekosten“.

KölnVerbraucherschützer wettern - und auch die Energiekonzerne sind wenig erfreut: Der bevorstehende kräftige Anstieg der Abgabe zur Förderung von erneuerbaren Energien in Deutschland wird für Verbraucher und Gewerbetreibende den Strompreis im kommenden Jahr weiter in die Höhe treiben. Während bislang ein Anstieg der Abgabe auf 5 Cent je Kilowattstunde erwartet wurde, nannte der RWE-Chef Peter Terium am Dienstag in Köln einen Betrag von 5,3 bis 5,4 Cent. Das wäre ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber der derzeit gültigen Umlage von 3,6 Cent.

„Damit kommen wir zu einem Aufschlag, der der Höhe des aktuellen Großhandelspreises für Strom entspricht“. Das sei zu viel und werde sich in der öffentlichen Meinung gegen die erneuerbaren Energien wenden, sagte Terium. So könnten sich für einen Privathaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden die durch die Förderumlage bedingten Kosten von 126 Euro auf fast 190 Euro erhöhen.

Erst vor wenigen Tagen kritisierte der Bund der Energieverbraucher die bevorstehende Steigerung scharf. Nur ein Teil der Abgaben fördere auch deren Ausbau. Ein ständig wachsender Anteil gehe dagegen an die stromintensive Industrie und verpuffe nutzlos. Die Erhöhung der EEG-Umlage gehe zum großen Teil auf die gesetzeswidrige Befreiung von Großbetrieben durch die Bundesregierung zurück, hieß es.

Mitte Oktober werden die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der neuen Abgabe bekanntgeben. Um mehr Ökostrom aus Sonne, Wind oder Wasserkraft zu gewinnen, zahlen Verbraucher eine Umlage über ihren Strompreis. Das Geld geht an die Betreiber von Windparks, Photovoltaikanlagen oder Biogasanlagen, die damit Vergütungen erhalten, die deutlich über dem Strom-Marktpreis liegen.

Terium warnte auf der Tagung des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln (EWI) und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor allem vor „maßlos steigende Energiekosten“. In den vergangenen 12 Jahren habe sich die Erzeugungskapazität von Wind- und Sonnenstrom verzehnfacht. Die EEG-Einspeisevergütungen sollen in diesem Jahr rund 20 Milliarden Euro erreichen. Da der Marktwert für diesen Strom aber nur bei 5 Milliarden Euro liege, errechne sich eine Strombelastung für den Verbraucher von 15 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

25.09.2012, 17:13 Uhr

Ich lach mich kaputt. Die Energiewende ist das wohl am schlechtesten durchdachte Projekt der Welt. Jeder Projektleiter in Ausbildung würde für so eine Leistung abgewatscht werden. Aber es war ja Wahlkampf in BaWü...
Terminplanung: Fehlanzeige
Kostenkontrolle: Fehlanzeige
Risikomanagement: Fehlanzeige
Changemanagement: Fehlanzeige
usw...

Als nächstes käme Claimmanagement. Da bin ich mal gespannt...
Und alle hetzen gegen die Befreiung der energieintensiven Unternehmen. Wir sollten froh sein, dass das so ist. Denn so kommt das unweigerlich eintretende Ende der Energiewende umso schneller, da die Bürger früher erwachen als es ohne Befreiung der Fall wäre. Ich kann mir die steigenden Strompreise derzeit noch leisten. Wie das bei Rentnern und Menschen mit geringerem Einkommen aussieht, ich mag es mir gar nicht erst vorstellen.

laika0231

25.09.2012, 18:04 Uhr

Zitat: "Das sei zu viel und werde sich in der öffentlichen Meinung gegen die erneuerbaren Energien wenden"

Wenn da mal nicht Wunsch der Vater des Gedanken war.
Wie will Herr Terium denn jetzt noch die teure Offshore-Windkraft begründen, wo Onshore-Wind nur halb so teuer ist und selbst die gescholtenen PV-Anlagen günstiger sind?

Nachwuchs

25.09.2012, 18:42 Uhr

Das ist die gewollte Energiewende, die unsere Politiker wollen: Vom Einkommen sollen min. 30% für den Stromverbrauch verwendet werden!

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