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19.10.2011

16:37 Uhr

RWI-Prognose

Stahlindustrie steht vor Produktionsflaute

Die nachlassende Investitionsdynamik und das langsamere Exportwachstum tragen nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstituts dazu bei, dass die Rohstahlproduktion im kommenden Jahr deutlich zurückgehen wird.

Mitarbeiter eines Stahlunternehmens. dpa

Mitarbeiter eines Stahlunternehmens.

EssenDie Rohstahlproduktion in Deutschland geht nach einer Prognose des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI im kommenden Jahr deutlich zurück. Gründe seien die 2012 insgesamt nachlassende Investitionsdynamik, der Abbau von 2011 gefüllten Lagern und das verlangsamte Exportwachstum wegen der flauen Konjunktur im Euro-Raum, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Prognose des Instituts. Mit spürbarem Personalabbau rechnet das Institut 2012 aber noch nicht.

Erwartet würden für 2011 eine praktisch konstante Produktion von knapp 44 Millionen Tonnen und 2012 ein Rückgang um 7,9 Prozent auf 40,4 Millionen Tonnen. Die Kapazitätsauslastung sinke damit auf voraussichtlich unter 80 Prozent. Da die Stahlindustrie nach Erfahrungen aus der Finanzkrise ihre qualifizierten Arbeitskräfte vermutlich halten werde, sei 2012 noch nicht mit einem vollen Durchschlagen auf die Beschäftigung zu rechnen, so das RWI.

Den deutlichen Produktivitätsrückgang durch die geringeren Mengen werde die Branche aber nur vorübergehend hinnehmen können. Die Erlöse seien in diesem Jahr trotz guter Kapazitätsauslastung und kräftiger Nachfrage unter Druck geblieben, weil die Branche deutlich höhere Rohstoffkosten nicht über die Preise weitergeben konnte. Zuletzt seien die Verkaufspreise sogar leicht rückläufig gewesen, heißt es in der Studie.

Die Wirtschaftsvereinigung der deutschen Stahlindustrie hatte sich vor einer Woche bei der Weltstahlkonferenz in Paris noch deutlich optimistischer gezeigt. Nach der Verbandsprognose sollen 2011 deutschlandweit 45,5 Millionen Tonnen Stahl hergestellt werden, 1,7 Millionen Tonnen mehr als 2010. Im kommenden Jahr rechnet der Stahlverband dann nicht mit einem Einbruch, sondern mit einem weiteren Wachstum von 1,5 Prozent in Deutschland.

Von

dpa

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