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26.04.2015

22:05 Uhr

Saint-Gobain

Rechtsstreit wegen Sika-Übernahme

Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain muss weitere Hürden vor der Sika-Übernahme nehmen. Der Hauptaktionär des Konkurrenten hat rechtliche Schritte gegen Entscheidungen der Aktionärsversammlung eingeleitet.

Für den französischen Baustoffkonzern Saint-Gobain wird der Kauf des Schweizer Rivalen Sika zur Geduldsprobe. Reuters

Sika in Zürich

Für den französischen Baustoffkonzern Saint-Gobain wird der Kauf des Schweizer Rivalen Sika zur Geduldsprobe.

ZürichDer Hauptaktionär des Schweizer Bau-Chemiekonzern Sika, die Burkard-Schenker Familie, hat wie erwartet rechtliche Schritte gegen Entscheidungen der jüngsten Aktionärsversammlung eingeleitet. Ein entsprechender Antrag sei beim zuständigen Friedensrichteramt in Baar in der Schweiz eingereicht worden, teilte die Familienholding am Sonntag mit.

Die Burkard-Schenker Familie hatte im Dezember entschieden, ihren Sika-Anteil an den französischen Konkurrenten Saint-Gobain zu verkaufen. Das Management hat die Machtübernahme durch Saint-Gobain aber mit einem Kniff vorerst abgewendet. Auf der Aktionärsversammlung vor wenigen Tagen entzog Sika der Familienholding in den Schlüsselfragen den größten Teil ihrer Stimmrechte. Damit verhinderte Sika, dass der Verwaltungsrat mit Saint-Gobain-treuen Mitgliedern neu besetzt wird und die Franzosen damit das Sagen bekommen. Die Gründerfamilie Burkard besitzt zwar nur rund 16 Prozent des Kapitals, hält aber 53 Prozent der Stimmen.

Die intelligente Fabrik

Forschung in der Smart Factory

Langfristig dürfte die Vision der smarten Technik weit über den Einsatz einzelner Komponenten wie Datenbrillen hinaus gehen. So forschen Dominic Gorecky und seine Kollegen am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in einem Smart Factory-Laboratorium an neuen Technologien und ihrem Einfluss auf die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Produktionssteuerung per Chip

Produktionsmodule verschiedener Firmen lassen sich wie Legobausteine zu einem beliebigen Produktionsprozess kombinieren: Ein Modul fräst etwa eine individuelle Gravur in eine Platte, das nächste Modul setzt ein spezielles Gehäuse auf, ein anderes führt eine Qualitätskontrolle durch. Jedes Produkt kommuniziert mittels RFID-Kennzeichnung mit den Modulen, welcher Prozessschritt ausgeführt werden soll - die zentrale Steuerung wird damit aufgehoben. Um die Flexibilität von Industrie 4.0-Anlagen voll auszuschöpfen, agiert der Menschen als Manager des Gesamtsystems und trifft im Problemfall relevante Entscheidungen.

Noch lange kein Alltag

Bis zur Realisierung von Industrie 4.0 im Arbeitsalltag mit smarten Produktionsanlagen und mehr Freiräumen für Mitarbeiter dauert es laut Experten noch mindestens zehn Jahre. Eines der Hauptprobleme liegt laut Dominic Gorecky darin, dass sich die verschiedenen Maschinen- und Komponentenhersteller bisher nur schwer auf gemeinsame, offene Schnittstellen einigen können. Diese sind aber nötig, um eine umfassende Vernetzung möglich zu machen

Die Familieholding verwies am Sonntag zugleich darauf, dass der formelle Weg der Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse der Aktionärsversammlung über einen Friedensrichter viel Zeit koste. Zudem sei dort keine Einigung zu erwarten. Sie sprach sich dafür aus, „beidseitig auf das Verfahren vor dem Friedensrichter zu verzichten“ und eine Klärung vor dem Kantonsgericht Zug anzustreben. „Es sollte auch im Interesse der Sika liegen, das Verfahren zu beschleunigen und der gegenwärtigen Unsicherheit möglichst rasch ein Ende zu setzen“, erklärte die Familie.

Von

rtr

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