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20.01.2010

13:08 Uhr

Sanierungskosten

Voith sieht stabile Geschäfte

VonMartin-W. Buchenau

Voith hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich unter der Wirtschaftskrise gelitten. Zudem führten die Kosten für den Stellenabbau zu dem Gewinneinbruch. Und der Anlagenbauer stellt sich auf ein weiteres schwieriges Jahr ein.

Bei Voith hat sich der Gewinn halbiert. Quelle: Presse

Bei Voith hat sich der Gewinn halbiert.

SUTTGART. Der Anlagenbauer Voith sieht die Wirtschaftsentwicklung deutlich kritischer als der Branchenverband VDMA und hat sich darauf eingestellt. „Es wird eine lange Wirtschaftskrise. Das laufende Geschäftsjahr wird ein weiteres Rezessionsjahr sein“, sagte Vorstandschef Hubert Lienhard bei der Vorstellung der aktuellen Geschäftszahlen. Die Vergangenheit habe immer gezeigt, dass Krisen länger dauern, als man es in der Krise selbst erwarte. Deshalb habe sich Voith in den frühzyklischen Sparten Papier und Industriedienstleistungen nicht auf Kurzarbeit verlassen, sondern schnell Personal abgebaut.

Insgesamt strich der Konzern mehr als 3 600 Stellen und beschäftigt jetzt noch 39 400 Mitarbeiter. Der Personalabbau mit Kosten von 97 Mio. Euro war nach Angaben von Finanzvorstand Hermann Jung ein maßgeblicher Grund für die Halbierung des Gewinns auf 77 Mio. Euro im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09, das am 30. September 2009 endete. Den Umsatz konnte Voith leicht auf erstmals über fünf Mrd. Euro steigern. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 16 Prozent auf 356 Mio Euro.

Ergebnis soll 2010 stabil bleiben

Trotz der eher düsteren Prognose für die Branche erweist Voith sich wegen der breiten Diversifizierung als erstaunlich robust. „Zum Glück sind wir nicht fokussiert“, sagt Konzernchef Lienhard. Die anhaltend schlechte Auftragslage in der größten Sparte Papiermaschinen und der Nachfrageeinbruch in der Auto-Industrie soll vor allem durch Umsätze mit Wasserkraftwerken und neuen Produkten wie Diesellokomotiven, Turboladern und Turbinen für Meereskraftwerke kompensiert werden.

Dass dies keine Wunschträume sind, zeigt der Blick auf die aktuelle Auftragslage. Im vergangenen Geschäftsjahr brachen zwar die neuen Order um eine Mrd. Euro. Sie lagen aber immer noch über dem Umsatz von gut fünf Mrd. Euro 2009. Im ersten Quartal übertraf der Auftragseingang mit 1,3 Mrd. Euro deutlich über den Umsatz. „Das gibt Aufschluss für eine stabile Entwicklung auch in diesem Jahr“, sagt Lienhard. Im laufenden Geschäftsjahr will er Umsatz und Gewinn des Jahres 2009 wieder erreichen.

Ein erneuter massiver Personalabbau sei nicht geplant, sagte Lienhard weiter. In diesem Jahr würden zwar im Rahmen des beschlossenen Abbauprogramms noch 600 Beschäftigte das Unternehmen verlassen; gleichzeitig will der Konzern in den gut laufenden Sparten aber 1 200 Mitarbeiter einstellen.

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