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27.01.2010

08:54 Uhr

Sanierungsplan

Opel-Chef sucht den Showdown

VonCarsten Herz

Die Führung macht Tempo: Obwohl die Arbeitnehmer Widerstand leisten, will Reilly seinen Sanierungsplan schnell festzurren. Unterstützung für die Geschäftsführung sucht der Konzernchef indes bei Ex-Minister und CDU-Mann Volker Hoff.

Das Opel-Management plant die Schließung des Standorts im belgischen Antwerpen dpa

Das Opel-Management plant die Schließung des Standorts im belgischen Antwerpen

RÜSSELSHEIM. Der neue Opel-Chef Nick Reilly wagt im Streit um das Sanierungskonzept für den angeschlagenen Hersteller die Kraftprobe mit den Arbeitnehmern. Das neue Management kalkuliert trotz der Absage des Opel-Betriebsrats wegen des Aus? für das Werk in Antwerpen weiter mit einem Sanierungsbeitrag der Belegschaft in Höhe von 265 Mio. Euro. Er hoffe, dass der Sanierungsplan, der fertiggestellt sei, in den nächsten zwei bis drei Wochen unterschrieben werden könne, sagte Reilly in Rüsselsheim.

Ein Optimismus, den die Arbeitnehmer in keiner Weise teilen. "Wir werden keine Lohnzugeständnisse akzeptieren, wenn GM die Schließung von Antwerpen nicht rückgängig macht", gab Peter Scheerer vom Europäischen Metallgewerkschaftsbund gestern nach einem Treffen der Gewerkschafter in Antwerpen als Linie der Beschäftigten aus.

Zwischen dem neuen Opel-Management und den Arbeitnehmern könnte es damit schon bald zum Showdown kommen. Denn der Erfolgsdruck auf beiden Seiten ist immens. Ende des zweiten Quartals soll nach dem Willen Reillys bereits das Opel-Finanzierungskonzept mit den öffentlichen Hilfen stehen. Der Opel-Boss zeigte sich zwar skeptisch, dass er die erhofften Hilfen von 2,7 Mrd. Euro von den europäischen Regierungen in voller Höhe erhalten werde, er erwarte aber weiter eine "beträchtliche Summe". Die Liquidität von Opel reiche bis weit ins zweite Quartal hinein, versicherte der Manager.

Doch auch für Opel-Betriebsratschef Klaus Franz und die IG Metall steht viel auf dem Spiel. Die Arbeitnehmervertreter müssen sich im März bei den Betriebsratswahlen dem Votum der Arbeitnehmer stellen. Ein Einknicken würde nach dem Aus für Antwerpen als Niederlage gewertet und wahrscheinlich mit einem schlechten Ergebnis bei den Betriebsratswahlen quittiert.

Kommentare (1)

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jochen voss

27.01.2010, 11:05 Uhr

es ist dochimmer wieder erstaunlich, wie wirtschaftliche notwendigkeiten-mittlerweile ja wohl europaweit- einfach ausgeblendet und durch wunschdenken ersetzt werden.man kann das als wahrnehmungsverweigerung der realität ansehen: wenn liebe menschen autos bauen, dann muß das weitergehen- egal ob jemand diese autos braucht oder nicht.
und die politik unterstützt diese träumereien durch ihre verlautbarungen und das steuergeld, dass sie eigentlich gar nicht hat.wie heißt der alte spruch?: das gegenteil von gut ist gut gemeint.

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