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27.10.2015

14:50 Uhr

Sanitärtechnikkonzern

Integration des Zukaufs bremst Geberit

Vor einem Jahr hat der Sanitärtechnikkonzern Geberit die finnische Sanitec übernommen. Die Integration ist mit hohen Kosten verbunden und macht den Schweizern nun zu schaffen: Der Gewinn geht stärker zurück als erwartet.

Die auf Spülkästen und Rohre spezialisierten Schweizer haben mit dem Kauf von Sanitec ins Geschäft mit Waschbecken, Toiletten und Badspiegel expandiert. dpa

Sanitärtechnikkonzern Geberit

Die auf Spülkästen und Rohre spezialisierten Schweizer haben mit dem Kauf von Sanitec ins Geschäft mit Waschbecken, Toiletten und Badspiegel expandiert.

ZürichDie Integration der finnischen Sanitec macht dem Sanitärtechnikkonzern Geberit zu schaffen. Da Sanitec weniger profitabel arbeitete als die Schweizer Geberit und die Integration mit hohen Kosten verbunden ist, ging der Reingewinn stärker zurück als von Analysten erwartet.

Nach neun Monaten stand unter dem Strich ein Überschuss von 398 (Vorjahr 414) Millionen Franken (370 Millionen Euro), wie Geberit am Dienstag mitteilte. Dagegen schnellte der Umsatz dank Sanitec um gut einen Fünftel auf 1,973 Milliarden Franken in die Höhe.

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Die auf Spülkästen und Rohre spezialisierten Schweizer hatten Sanitec vor einem Jahr für gut eine Milliarde Euro gekauft und waren damit ins Geschäft mit Waschbecken, Toiletten und Badspiegel expandiert. Gebremst wurde der nach eigenen Angaben vor der spanischen Roca und der deutschen Grohe größte Hersteller von Sanitärprodukten auch vom anspruchsvollen konjunkturellen Umfeld in Europa und dem starken Franken.

Mit einer Erholung sei vorerst nicht zu rechnen, sagte Geberit-Chef Christian Buhl. Positive Tendenzen zeigten sich in Deutschland, wo rund ein Drittel des Umsatzes erzielt wird, Polen, Großbritannien und in den Niederlanden. In der Schweiz dürfte der Preisdruck anhalten und in Italien und Frankreich seien die Verkäufe rückläufig. In Russland und in der Ukraine gebe es gar einen substanziellen Rückgang, betonte der Manager.

Die Sanitec-Integration, deren Kosten sich im laufenden Jahr mit 59 Millionen Franken auf den Gewinn niederschlugen, laufe planmäßig und soll innerhalb von zwei bis drei Jahren vollständig abgeschlossen sein, sagte Buhl.

Geberit hält an den Zielen fest und peilt für 2015 eine bereinigte operative Cashflow-Marge von rund 26 Prozent an. In Zukunft soll die Gruppe schneller wachsen. So soll der Umsatz mittelfristig um vier bis sechs Prozent steigen nach rund zwei Prozent in den ersten neun Monaten. Die Marge soll 28 bis 30 Prozent betragen und die Eigenkapitalrendite bei 25 Prozent liegen.

Analysten bezeichneten das Ergebnis mehrheitlich als enttäuschend und die Umsatzziele als anspruchsvoll. An der Schweizer Börse büsste die Geberit-Aktie 2,4 Prozent an Wert ein.

Von

rtr

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