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30.07.2014

13:55 Uhr

Sanktionen gegen Russland

Maschinenbau wird unter den Strafen leiden

Die heimische Industrie zeigt sich besorgt über die Sanktionen gegen Russland: Vor allem werden die den mittelständischen Maschinenbau hart treffen. Der DIHK will deshalb „mit russischen Partnern in Kontakt bleiben“.

Sanktionen gegen Russland

„Die deutsche Wirtschaft hat viel zu verlieren“

Sanktionen gegen Russland: „Die deutsche Wirtschaft hat viel zu verlieren“

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BerlinDie deutsche Industrie rechnet nach dem EU-Sanktionsbeschluss gegen Russland mit negativen Folgen auch für den hiesigen mittelständischen Maschinenbau. Dieser werde deutlich leiden, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), am Mittwoch in Berlin. Das Verbot von hochtechnischen Lösungen und spezialisierten Verfahren, die unter Dual-use-Bestimmungen – also der möglichen Nutzung zu zivilen und militärischen Zwecken – fallen könnten „treffen unsere Kernindustrie“.

Die EU hatte am Dienstag umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt, um das Land zu einer konstruktiveren Rolle beim der Lösung des Ukraine-Konflikts zu zwingen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Wansleben sagte, die Sanktionen seien ein deutliches Signal. Entscheidend sei aber, dass mit der Befristung der Maßnahmen auf ein Jahr und der Prüfung nach drei Monaten „die Tür zum Dialog“ offengehalten werde. „Es ist trotz aller Verwerfungen wichtig, dass wir mit russischen Partnern im Gespräch und für das normale Geschäft in Kontakt bleiben.“

Auch in Russland werde die Wirtschaft leiden. Der deutsch-russische Handel sei schon im Vorjahr zurückgegangen und werde nun noch weiter absacken. Russland müsse zudem bei den Investitionen eine noch größere Zurückhaltung ausländischer Geldgeber fürchten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Hans Karpf

30.07.2014, 15:18 Uhr

Der Export von Maschinen wird nicht beschränkt. Da ist wohl mehr das Problem, dass die Betriebe in Russland bei den Investitionen kürzen, und DE Banken keine Kredite für Russland Geschäfte gewähren. Russland erschwert sicherlich auch die DE Produkte, wegen der Stimmungsmache hier.

Herr otto r. kristek

30.07.2014, 20:47 Uhr

lobbyismus ist ein verbrechen
amerika besteht nur aus lobbyisten in eigener sache

ein ossi erinnert sich!

die cocom liste war es
die die DDR
übernahme reif gemacht hat

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