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10.12.2015

14:25 Uhr

Sanofi

Pharmakonzern will 200 Millionen in Frankfurt investieren

VonMaike Telgheder

Mit neuen Produkten und einer schlankeren Struktur will Sanofi in den kommenden Jahren wieder nachhaltig wachsen. Milliardenschwere Investitionen will der Pharmakonzern in den Produktionsstandort Frankfurt stecken.

Konzernweit will Sanofi bis zum Jahr 2018 1,5 Milliarden Euro einsparen. Das hat auch Auswirkungen auf die Deutschlandtochter. AFP

Sanofi

Konzernweit will Sanofi bis zum Jahr 2018 1,5 Milliarden Euro einsparen. Das hat auch Auswirkungen auf die Deutschlandtochter.

FrankfurtDer Pharmakonzern Sanofi baut den Standort Frankfurt am Main weiter aus: Nachdem in diesem Jahr bereits eine Hochtechnologieanlage unter anderem für die Produktion des neuen Insulin Toujeo in Betrieb genommen worden ist, soll 2016 weiter gebaut werden: Unter anderem sollen die Produktionskapazitäten für die Pens, mit denen Insulin gespritzt wird, ausgebaut und ein neues Kaltwarenlager errichtet werden.

Laut Martin Siewert, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland, will der Pharmakonzern 2016 noch einmal 200 Millionen Euro in Frankfurt investieren, nach 160 Millionen Euro in diesem Jahr. Bei den Produktionskapazitäten für Pens sei man an die Grenzen gestoßen, erläuterte Siewert. Die Entscheidung, ein Kaltwarenlagen zu bauen, habe das Unternehmen getroffen, weil es in der Region nicht genügend Lagerfläche für zu kühlende Medikamente gebe, die der Richtlinie zur Qualitätssicherung (GMP-Standard) entspreche.

Wettbewerber und verstärkte Preisverhandlungen der Versicherer setzen dem Topprodukt Lantus zu, das in Frankfurt produziert wird. Das wird sich in diesem Jahr auch in den Zahlen der Deutschlandtochter bemerkbar machen. Siewert erwartet einen niedrigeren Exportumsatz. 2014 hatte Sanofi rund 6,1 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erzielt, 5,1 Milliarden Euro davon durch den Export vor allem des Insulins Lantus an andere Ländergesellschaften des Konzerns. In den kommenden Jahren drohen durch den Patentablauf von Lantus weitere Umsatzeinbußen.

Das Geschäft in Deutschland wertete Siewert in diesem Jahr als erfolgreich. Insbesondere das neue Insulin Toujeo, das seit Mai hierzulande auf dem Markt ist, werde stark nachgefragt und konnte bereits einen Markanteil von sieben Prozent unter den Insulinen erreichen. In den USA entwickele sich Toujeo ebenfalls gut, so Sievert, allerdings habe das Unternehmen dort insgesamt höhere Absatzerwartungen gehabt.

Weil Umsatz und Gewinn des knapp 34 Milliarden Euro schweren Konzerns unter Druck seien, will der neue Sanofi-Chef Olivier Brandicourt das Unternehmen mit einer neuen Organisationsstruktur schlagkräftiger machen.

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Die neuen globalen Divisionen werden künftig auch in Deutschland mit eigenen Geschäftseinheiten abgebildet, weshalb die Geschäftsführung ab Januar hierzulande um drei neue Mitglieder erweitert wird: Clemens Kaiser verantwortet künftig den Bereich General Medicines, Martina Ochel die Geschäftseinheit Sanofi Genzyme und Mario Miguel Stigler den Bereich Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Martin Siewert behält den Vorsitz der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland. Der bisherige Vertriebschef Stefan Oelrich verantwortet künftig europaweit den Bereich Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Sanofi-CEO Brandicourt plant, bis 2018 konzernweit 1,5 Milliarden Euro einzusparen. Das Geld soll weitgehend in Wachstumsinitiativen reinvestiert werden. Für die Organisation in Deutschland, in der rund 9200 der insgesamt 110.000 Sanofi-Mitarbeiter arbeiten, rechnet Siewert nur mit moderaten Auswirkungen, nannte aber keine Details.

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