Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2004

14:30 Uhr

Sanofi-Synthelabo will Zusammenschluss

Aventis rüstet zur Abwehrschlacht

Wie das Handelsblatt bereits am Donnerstag berichtete, strebt Sanofi-Synthelabo einen Zusammenschluss mit Aventis zur weltweiten Nummer Zwei der Pharmabranche an. Aventis könnte sich nun laut aktuellen Markt-Spekulationen gegen eine mögliche unerwünschte Übernahme wehren.

Sanofi-Synthelabo will den Zusammenschluss mit Aventis, nun könnte es zu einer Übernahmeschlacht kommen

Sanofi-Synthelabo will den Zusammenschluss mit Aventis, nun könnte es zu einer Übernahmeschlacht kommen

HB LONDON. Der französisch-deutsche Pharmakonzern Aventis will offenbar seine Verteidung gegen eine milliardenschwere Übernahmeofferte des Wettbewerbers auf Bewertungsfragen aufbauen. Investmentbanken seien bereits Mandate zur Beratung erteilt worden, hieß es am Freitag in mit der Situation vertrauten Kreisen in London.

„Die vorrangige Verteidigungsstrategie jetzt, ist klar zu machen, dass mehr Wert im Unternehmen steckt als der Markt gegenwärtig der Aktie zuspricht“, verlautete weiter. Spekulationen um eine Übernahmeofferte von Sanofi im Volumen von 60 Mrd. Dollar haben sich zugespitzt, nachdem die „New York Times“ berichtet hatte, es könne möglicherweise noch am Freitag zu einem Angebot kommen. „Es scheint, als ob Sanofi eine feindliche Offerte dazu verwenden könnten, Aventis in eine 50/50-Fusion zu drängen“, hieß es in den Kreisen. Aventis sei aber der Ansicht, dass dies einen weit höheren Aufschlag erfordere. Bis zum frühen Nachmittag verloren Sanofi-Aktien an der Börse 5,5 % auf 58,60 €. Aventis-Papiere zogen dagegen um 1,6 % auf 57,50 € an.

Aus mit der Situation vertrauten Kreisen hieß es weiter, Aventis habe bereits die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley angeheuert, um mit ihrer Hilfe eine feindliche Übernahme abzuwehren. Auch die Investmentbank Rothschild sei mit im Boot zur Erarbeitung eines Abwehrplans. Unklar ist dagegen weiterhin, ob Sanofi seinerseits Banken mit einem Mandat beauftragt habe, das Unternehmen bei Offerten zu beraten. Aus Kreisen hieß es allerdings, dies werde wahrscheinlich der US-Investmentbank Merrill Lynch zufallen.

Weitere Spekulationen an den Aktienmärkten besagen, Aventis könnte zur Abwehr einer Übernahme einen „Weißen Ritter“ zur Hilfe holen. Händler sagten am Freitag in London, eine feindliche Offerte könnte Aventis veranlassen, einen Partner für eine freundliche Fusion zu suchen, um die Übernahme abzuwehren. Ein solcher „Weißer Ritter“ könnte Glaxo-Smith-Kline, Astra-Zeneca oder Procter & Gamble sein. Sprecher von Glaxo-Smith-Kline und Astra-Zeneca nahmen zu den Gerüchten nicht Stellung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×