Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2006

21:12 Uhr

Sarbanes-Oxley-Act

„Außer Spesen nichts gewesen“

VonDieter Fockenbrock

Als teuer, aber weitgehend wirkungslos erweisen sich die schärferen Regeln zur Bilanzierung und Unternehmenskontrolle. Zwei Studien belegen: Der Sarbanes-Oxley Act bringt wenig, kostet aber viel.

DÜSSELDORF. Als teuer, aber weitgehend wirkungslos erweisen sich die schärferen Regeln zur Bilanzierung und Unternehmenskontrolle, die in den letzten Jahren den Unternehmen in den USA und in Europa auferlegt worden sind. Einzelne Unternehmen geben bis zu 50 Mill. Dollar dafür aus, bezweifeln aber den Nutzen für das interne Rechnungswesen oder für externe Investoren. Das belegen zwei aktuelle, wissenschaftliche Untersuchungen.

Im Zentrum der Kritik steht dabei das nach seinen parlamentarischen Urhebern benannte Sarbanes-Oxley-Gesetz (SOX), das als Folge der Bilanzskandale in den USA erlassen wurde und das enorme Kosten verursacht. „Außer Spesen nichts gewesen?“, überschreibt Alexander Bassen, Professor an der Universität Hamburg, denn auch seine noch unveröffentlichte Studie, die dem Handelsblatt vorliegt.

Was genau ist der Sarbanes-Oxley-Act? Lesen Sie es im Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:

» Sarbanes-Oxley-Act im Wirtschaftswiki.

Aber auch andere Vorschriften geben Grund zur Klage: Die Umstellung auf die IFRS-Rechnungslegung in Europa wird von vielen Unternehmen als Belastung empfunden, fand Bassen gemeinsam mit seinem Kollegen Dirk Schoereck von der European Business School, Oestrich-Winkel, heraus. Ein weiterer Kritikpunkt sind schärfere Regeln zur Unternehmenskontrolle (Corporate Governance), die ebenfalls in einer Reihe von Ländern verschärft worden sind. Teilgenommen an der von SAP finanzierten Befragung haben 61 Konzerne, davon 53 Prozent aus Europa.

Für bemerkenswert hält Bassen die Bewertung der Manager: 80 Prozent stellen zwar eine höhere Aufmerksamkeit für Fragen der Gesetzestreue (Compliance) in ihren Firmen fest. Auch glauben 60 Prozent, dass die Transparenz größer wird. Aber nur 40 Prozent meinen, dass sich die Geschäftsabläufe innerhalb ihres Unternehmens durch die Umsetzung der diversen Vorschriften auch tatsächlich verbessert haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×